Es sollte ein feierlicher Empfang werden, den Angehörige, Freunde und Kollegen den Rückkehrern von der Raumstation ISS bereiten wollten: vor kurzem glücklich mit einer Kapsel in der amerikanischen Wüste gelandet, befinden sich die deutschen Mitglieder Paula (Peri Baumeister) und Hadi (Hadi Khanjanpour) nun im Anflug auf Europa, wo Paula besonders von ihrem Ehemann Sven (Florian David Fitz) und Töchterchen Charlie (Yuna Bennett) erwartet wird. Zum Entsetzen aller Beteiligten verschwindet die Maschine jedoch vor der irischen Küste vom Radar - sie ist, so ergeben erste Ermittlungen, aus unbekannten Gründen mit über 170 Passagieren ins Meer gestürzt.
Sven will sich mit dieser Wahrheit nicht zufriedengeben, und auch die 10-jährige Charlie mag nicht an den Tod der Mama glauben, war Paula auf der ISS doch mit Experimenten befasst, die dem kleinen tauben Mädchen, das nur mit Computertechnik zu hören vermag, ihr Gehör zurückzugeben ermöglichen sollten. Als die Ermittler den Funkverkehr des Flugzeugs auswerten, ist darauf Paulas Stimme zu hören, die sich seltsamerweise im Cockpit der Maschine befand, kurz bevor sie abstürzte. Als die Presse davon berichtet, sammelt sich bald ein wütender Mob vor Svens Anwesen, der Paula die Schuld am Absturz zuschreibt.
Die kleine Charlie dagegen, mit ganz besonderen Fähigkeiten ausgestattet, glaubt weiterhin an das Überleben ihrer Mama und behauptet, mit ihr auch weiterhin über Funk zu kommunizieren. Langsam läßt sich auch Sven, der das anfangs für eine Kinder-Phantasie hält, davon überzeugen, daß seine Frau noch leben könnte. Denn mit dem Absturz stimmt etwas nicht, die Rückkehr der Kapsel wurde nicht live gesendet, und die letzten Worte Paulas aus dem Cockpit an ihn scheinen merkwürdig verklausuliert - so als wollte sie ihn auf etwas aufmerksam machen, was nur er versteht...
Basierend auf einer tragischen Begebenheit zu Beginn baut die deutsche Netflix-Serie Das Signal in der Folge ein leider völlig unausgegorenes Gespinst von Verschwörungstheorien auf, dessen wirre Fäden kaum einen Sinn ergeben, den Zuschauer ein ums andere Mal nur hinhalten und sich über quälend lange 4 Episoden zu jeweils etwa 1 Stunde Laufzeit hinziehen. Ohne konkrete Anhaltspunkte was tatsächlich vorgefallen sein mag (diese werden dem Zuschauer bewußt verweigert), mutet die ebenso einfallslos betitelte wie schlecht gespielte Geschichte, deren Erzählfluß zudem unter ständigen Rückblenden leidet, insgesamt wie ein Kinderfilm an, dessen abstrus realitätsferne Handlung ohnehin nur der Unterhaltung der Kleinen dient.
Kinderdarstellerin Yuna Bennett ist dann auch die Einzige, die sich in diesem hanebüchenen Weltraum-Verschwörungs-Schwachsinn eine gute Note verdient, was angesichts der durch die Bank als Vollpfosten auftretenden Erwachsenen allerdings keine besondere Leistung darstellt.
Mama Paula ist Wissenschaftlerin und dank des Geldes einer indischen Milliardärin auf der ISS, die ganz selbstlos den Fortschritt menschlicher Errungenschaften unterstützen will - dafür wählte sie neben Paula auch ihren Landsmann Hadi, einen verständnisvollen Warmduscher, der Paula in den Weltraumszenen permanent am Arsch klebt und meistens schleimige Komplimente säuselt. Paula dagegen leidet unter Psychosen und war deswegen auch schon in der Klapse, aber was solls, damit kommt man trotzdem an Bord der ISS und kann dort herumexperimentieren. Wobei Letzteres (Hörfähigkeit wiedererlangen) natürlich nur erwähnt wird - aber natürlich nie erläutert wird, wie Paula das anstellen will. Immerhin, ihre Schlafkammer auf der ISS, die wie eine Gummizelle ausgestattet ist, sorgt für den einzigen Brüller in der ganzen Serie.
Der oftmals vergeistigt schwafelnden Mama entsprechend darf man dann auch Papa Sven erleben, der mit der Reife eines 17-Jährigen argumentiert, dann jedoch wie ein 12-Jähriger handelt: als großer Bruder seiner Tochter auftretend versteckt er Geheimakten, sülzt von einer großen Verschwörung, klaut einer Polizistin die Wagenschlüssel und vermöbelt einen Taxifahrer. Davon abgesehen trägt Florian David Fitz den ganzen Film über eine ausgesprochen häßliche Strickjacke (mit buntem Kaktus), was in Das Signal offenbar als Zeichen von Intelligenz gilt.
Und weil die fast 70-jährige Katharina Thalbach ebenfalls noch untergebracht werden mußte, darf sie die Rolle der alten Hexe spielen, die heimlich eine Funkstation betreibt, Mama Paulas Signale aus dem All mitgehört hat und nun erst recht vom Unrechtsstaat schwurbelt.
Wer nach all dem Schwachsinn dann so etwas wie eine Aufklärung erwartet, wird - eigentlich erwartungsgemäß - auch diesbezüglich enttäuscht, denn statt Aliens kommt nur ein Bumerang auf die Erde. Die im von Fackeln erleuchteten Kreis versammelten publicitygeilen Filmcharaktäre, für die das sinnbefreite Drehbuch dann noch schnell ein paar völlig unpassende Thriller-Elemente parat hält, freut das eher weniger, am allerwenigsten jedoch den genervten Zuschauer. Sofern dieser nicht schon früher erkannt hat, daß jeder in diese Produktion gesteckte Cent herausgeschmissenes Geld und die Hoffnung auf eine wenigstens unterhaltsame Serie vergeblich war.
Fazit: Story und Plot von Das Signal völlig für die Tonne, Darbietungen kaum besser. Prädikat absolute Zeitverschwendung, 1 Punkt.