Manche Filmtitel wecken Hoffnungen, die leider nicht erfüllt werden, aber sie schüren genügend Interesse, um im Zusammenhang mit namhaften Darstellern eine Sichtung zu wagen. Das war eventuell auch ein Grund, dem Stoff einen derart kontextlosen Titel zu verpassen, da die Geschichte kaum austauschbarer hätte ausfallen können.
Gerade kehrt in das Leben des ehemaligen Junkies Karina (Olga Kurylenko) wieder etwas Ordnung ein und sie erwartet voller Vorfreude den Besuch ihrer Tochter, als sie eines Abends Zeugin eines tödlichen Überfalls wird. Der bewaffnete Covek (Oliver Trevena) steht indes selber unter Druck, da er gegenüber dem Mafiaboss Silvio (Harvey Keitel) unter Zugzwang steht. Noch in dieser Nacht müssen Covek und Karina folgenschwere Entscheidungen fällen…
Bis es zur Begegnung der beiden Hauptfiguren kommt, vermag der Stoff durchaus eine ordentliche Grundlage zu liefern: Die Kulisse des italienischen Bari schürt vor allem bei nächtlichen Impressionen eine taugliche Atmosphäre, während Karina einen toughen Eindruck vermittelt, um in prekärer Situation auch mal die Löwenmutter auszupacken, denn, sobald ein Kind auch nur am Rande involviert ist, weiß der geneigte Genrefan bereits, wie ein späteres Druckmittel aussehen könnte.
Leider stimmt die Chemie zwischen Covek und Karina rein gar nicht, aber auch die ursprüngliche Mission des glatzköpfigen Gangsters bleibt eher nebulös. Die Bösewichte bleiben weitgehend namenlos, doch selbst der Boss zeichnet sich durch nichts außer fetten Zigarren aus, an denen er auch gerne mal zieht, obgleich keine Glut erkennbar ist.
Entsprechend tingeln die unfreiwilligen Partner ein wenig durch die Nacht, doch ein Gefühl von Dringlichkeit entsteht, trotz eines erwähnten Zeitdrucks zu keiner Zeit.
In Sachen Action kommt es zwar hin und wieder zu Schusswechseln, doch die verlaufen ebenso unspannend wie der Rest der besagten Nacht, in der mal eben komplette Pläne über Bord geworfen werden, um auf spontane Strategien zu setzen, bei denen mehr Glück als Verstand gefragt ist. Dies gilt insbesondere für den Showdown, der in Sachen Zeit und Raum dem Titel recht nahe kommt, was aber gewiss nicht beabsichtigt war.
Darstellerisch reißt sich hier niemand ein Bein aus, wonach ein nunmehr 85jähriger Keitel rein gar nicht gefordert wird, aber auch Kurylenko konnte schon mal mit deutlich mehr Körpereinsatz überzeugen. Trevena bleibt hingegen ziemlich blass und vermag rein gar keine Akzente zu setzen, was gleichermaßen für den Score gilt, der zu keiner Zeit stimmungsvolle Momente hervorbringt.
Bis auf ein, zwei ungewöhnliche Kameraperspektiven bleibt die Inszenierung unauffällig, Schauwerte sucht man vergebens und in Sachen Action dümpelt die Chose unaufgeregt vor sich hin, anstatt vermehrt auf die markante Umgebung zu setzen.
Die Geschichte bleibt unspannend, innovationslos und verläuft komplett überraschungsfrei, wonach man sich die lahmen 86 Minuten getrost sparen kann.
3,5 von 10