Ein „Inglourious Basterds“ Aufguss, die nächste unappetitliche Realitätsverdrehung? Kaugummikauende Amis, die statt, wie in jedem anderen Krieg auf den Sack zu bekommen, tief in der Fantasie verwurzelt, in Unterzahl gewitzt und brutal einer tumben Überzahl massiv einheizen?
Die Antwort ist einerseits Nein, es sind snobistische Briten, ohne jegliche Demut nach dem großzügigen Geschenk von Dünkirchen. Andererseits Ja, ein Märchen, eins, dass sich aber wenigsten nicht, wie genanntes Vielleicht-Vorbild, von reinem Trash durch ein Drehbuch mit Inhalt abgrenzt. Abgesehen von all dem Schwachsinn kann man versuchen, den Film als Unterhaltungsprodukt zu sehen. Und das funktioniert. Also eher ein „Inglorious Bastards“ (1978) oder, wegen des kalkulierten Trash-Faktors, ein durchgestyltes „The Dirty Dozen“ auf Popcorn. Spaghetti-Western-Sound, tolle Bilder trotz moderatem Budget, Klischee-Kuscheln, extrem hoher Body Count, mitreißendes Tempo. Dazu gibt es auch einige Entdeckungen. Einen überzeugenden Til Schweiger. Richtig gelesen, ich staune selbst, dass ich sowas nochmal verlauten lasse. Und die Juden-Femme Fatale, durchtrieben, ästhetisch, doppelzüngig, cosmopolit, hinterlistig, charismatisch, zielorientiert und kaltblütig.
Den Zuschauern scheint das allerdings nicht zu gefallen, was verwundert, Tarantinos Hintern wurde für Ähnliches doch massiv geküsst.