Glorious Motherfuckars
Um die Kontrolle über den Atlantik zurückzugewinnen, deutsche U-Boote abzuschneiden und eventuell Argumente zu liefern, damit die USA in den zweiten Weltkrieg eintritt, schickt Churchill eine wilde Bande an berüchtigten Soldaten und Geheimagenten unter vorgehaltener Hand auf eine äußerst riskante Operation nach Afrika, die den Krieg mitentscheiden könnte und auf der eine Menge nicht nach Plan läuft… Basierend auf wahren Begebenheiten… die hier dermaßen verfremdet werden, dass manche Superhelden dagegen realistisch wirken!
The Angry Halfdozen
Ritchie wird wegen Geschichtsverfälschung oder -Überzeichnung oder -Verunglimpfung auf den Hut bekommen. Um den Vergleich mit Tarantino wird er nicht herumkommen. Der Titel ist sperrig. Und ein finanzieller Fehlschlag an den Kinokassen war das Ding obendrauf. Leicht hatte es „The Ministry of Ungentlemanly Warfare“ dieses Jahr nicht. Und dennoch hatte ich eine wirklich gelungene Zeit mit ihm. Kein Überfilm. Aber äußerst straightes Popcornkino im Kriegsactionergewand. Die Stars - vor allem die beiden Kanten Cavill und Ritchson („Reacher“ und eventuell der nächste Batman!) plus die unsägliche schöne Miss Eiza González - bilden eine vorbildliche Band of Outsiders and Explosives. Es herrscht auch spürbar Spaß und Chemie im Team. Mit den wahren Tatsachen hat das alles natürlich fast nichts mehr zu tun. Aber das ist nicht nur Teil des Konzepts, es ist quasi das Konzept. Ritchies Regiestil bleibt energisch und energetisch. Eine augenzwinkernde Schlachtplatte. Til Schweiger ist ein klasse Nazi-Oberschurke, wer hätte das gedacht. Und selbst die meisten knüppelharten Actionikonen aus den 80s können mit diesem Bodycount nicht mithalten. Es knallt und schallt und kracht und deppert an jeder Ecke. Es gibt immer was zu hören, zu spüren, abzuknallen. Und es hat einfach mal wieder etwas, recht stumpf und stupide solch einer draufgängerischen Truppe beim Durchsieben von Nazikanonenfutter zuzugucken. Das hat Verve, das hat Humor, das hat Härte. Das passt natürlich auch etwas zum Zeitgeist der „Suicide Squad“, „The Boys“ oder des „Joker“, der Antihelden oder gar Bösewichte. Und einen herausstechenden, morricone'sken Score gibt’s nebenbei obendrauf. Da verfliegt jeder Freitagabend mit Bier und Bock doppelt so schnell wie üblich.
Söldneractioner mit Spaghettiwesternklängen?!
Fazit: vielleicht kein Tarantino, vielleicht nicht allzu clever, vielleicht ein wenig lang - dennoch ein spaßiges und (typisch Guy Ritchie) comichaft überzeichnetes Kriegsabenteuer mit dicken Muckis, fetten Explosionen, coolen Stars, fiesen Nazis und hohem Bodycount. Manchmal braucht es genau das!