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Als Kontrast zur gängigen romantischen Komödie lockt ja bereits der Titel, der alles andere als harmonische Zweisamkeit verspricht. Seine boshaft anmutende Prämisse spielt die Geschichte jedoch nur in Ansätzen aus und droht zwischenzeitlich gar in versöhnlich anmutende Gefilde abzurutschen.

Spätestens am fünften Hochzeitstag stellen Natalia und Piotr fest, dass das Glück ihrer Beziehung längst verflogen scheint. Als sie mit einem Rubbellos den Hauptgewinn ziehen, ändert sich dies jedoch, denn jeder will den anderen diskret beseitigen, um das Geld für sich einzustreichen…

Der polnische Regisseur Filip Zylber konnte bereits einige Erfahrungen im Bereich der Beziehungsfilme sammeln und entsprechend etabliert er die Hauptfiguren relativ zügig. Mit Agatha und Lukasz werden die jeweils besten Freunde eingeführt, die während des gemeinsamen Urlaubs in einem Luxushotel die Funktion von Spionen einnehmen und die Möglichkeiten schneller Beseitigungen erweitern.

Im Mittelteil ergeben sich jene Phasen, die am ehesten überzeugen, indem eine schleichende Eskalation eingeläutet wird, die von Argwohn über Misstrauen bis hin zu Paranoia reicht.
Es werden kleine Intrigen geschmiedet, zuweilen gibt es kurzfristige Rückzieher oder Planänderungen und es entstehen hier und da amüsante Episoden mit einigen Missverständnissen, wie etwa bei der vermeintlichen Vergiftung in einem Restaurant.

Allerdings mangelt es bis auf rar gestreute Situationskomik an humorigen Einfällen und auch die morbide Note kommt deutlich zu kurz. Wer hier ein Pendant zu ähnlich gelagerten Stoffen wie „Der Rosenkrieg“ erwartet, erhält lediglich weichgespülte Ansätze und weitgehend vorhersehbare Entwicklungen. Speziell rund um die Nebenfiguren ergeben sich einige Situationen, die etwas zu sehr abschweifen und den Fokus verrücken, wogegen sich der Mangel an Action spätestens im letzten Drittel negativ bemerkbar macht.

Gelungen sind hingegen die Musikauswahl mit einigen alten Songs und der Score, der auch aus einer Agentenkomödie der 50er stammen könnte und die Stimmung treffend einfängt. Ferner sind die Landschaften gut gewählt und in überwiegend kontrastreichen Farben festgehalten, was recht treffend die oberflächlich anmutende Harmonie unterstreicht. Letztlich performen auch die Mimen überzeugend, zumal die Chemie stimmt und die Spielfreude mit der leichten Überdrehtheit der Geschichte konform geht.

Dennoch enttäuscht der Stoff unterm Strich, da er eben nie ausufert oder ins Garstige abdriftet.
Eine Handvoll netter Einfälle, gepaart mit einem brauchbaren Tempo sorgen zwar ab und an für charmante Momente, doch bei alledem kommt der Humor deutlich zu kurz und auch die Kreativität erfährt spätestens zum Finale einen Dämpfer. Zwar hält die Geschichte schon aufgrund der Prämisse halbwegs bei Laune, doch das Mitfiebern hält sich merklich in Grenzen.
5 von 10

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