Kein Einfallsreichtum
Bevor Ryan Reynolds diesen Sommer mit „If“ seine imaginären Freunde knuffig und ungefährlich auf das Blockbusterkinopublikum loslässt, kommt Anfang des Jahres erstmal die „gruseligere“ Version von Blumhouse - in der ein der Fantasie eines kleinen Mädchens entsprungenes „Monster“ (zuerst manifestiert in einem knuffigen Plüschbär) sehr schnell zur Gefahr für ihre Familie wird und sich als womöglich handfester als gedacht herausstellt…
Beliebiges Brainchild
Blumhouse ist am Anfang des Jahres immer bereit den schnell vergessenen Rubel mit (immerhin visuell hochwertiger) Horrorausschussware zu machen. Fabrik statt Künstleratelier. Und „Imaginary“ ist dafür eher das perfekte Beispiel als freudige Ausnahme. Es hätte ein trashiges Plüschbären-Creature Feature werden können. Es hätte „Poltergeist“ genauso wie auf naivere Art „Hellraiser“ streifen können (durch die Traumwelt, in die im letzten Drittel noch eingedrungen wird). Es hätte subtil a la „Babadook“ oder cheesy-campy werden können. Mit dem Alleinsein kokettierten oder voll auf den Funfaktor gehen können. Es hätte in 85 Minuten vorbei sein können. Aber „Imaginary“ macht all das nicht - und geht dermaßen gelangweilt den Weg des geringsten Widerstands, dass ich mir fast lieber die Zehnägel lackiert hätte als zuzuschauen. Dabei stehe ich nicht auf bunte Füße. „Imaginary“ ist keine totale Katastrophe. Ein paar Witze auf Pixars (!) Kosten machen Sinn, wenn der Bär in seiner monströsen Form steppt, dann steppt er halt, und in Ansätzen hat die Traumwelt etwas. Potenzial vor allem. Doch im Grunde ist „Imaginary“ vollkommen zu vernachlässigen und schneller vergessen als man sich an seinen eigenen unsichtbaren Kindheitsfreund erinnern kann. Blumhouse schnappt sich mal wieder die tiefsten Früchte - und macht Retortenmarmelade draus.
Fazit: lang, langatmig, langweilig. Und viel zu spärlich dazu bereit sich auf seine campy Prämisse einzulassen. „Imaginary“ ist ein Blumhouse-Paradebeispiel für deren zu oft austauschbaren und das Genre null weiterbringenden Output. Nur den Dollar im Sinn. Gerade bei dieser Ausgangslage hätte man doch wunderbar aufdrehen können - und dann wird dermaßen nach Zahlen gemalt… Fad.