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Jessica freut sich auf ein ruhiges und friedliches Leben in der Vorstadt, als sie mit ihrem neuen Ehemann und den zwei Stieftöchtern in ihr altes Elternhaus zurückzieht. Ihre jüngste Stieftochter Alice findet im Keller des Hauses Jessicas alten Teddybären Chauncey, der ihr ständiger Begleiter wird. Doch die Bindung von Alice zu dem Kuscheltier nimmt unheimliche Züge an, als Alice beginnt, in Chaunceys Auftrag gefährliche und schmerzhafte Dinge zu tun. Zuerst finden die Erwachsenen keine Erklärung für das besorgniserregende Verhalten des Kindes. Bis Jessica der Verdacht kommt, dass Chauncey nicht das harmlose Kuscheltier ist, für das sie ihn gehalten hat.

Anfangs bekam der Streifen um den niedlichen Bären recht üble Kritiken, bei Amazon stand er mal auf 2,9 - mittlerweile haben sich diese aber enorm verschoben, wahrscheinlich weil die Menschen die ihn später gesehen haben wussten was sie erwartet.

Nämlich einen kleinen netten Gruseler, der aber sowohl auf Splattereffekte, als auch allgemein auf übermäßige Gewalt verzichtet und den man auch ab 12 Jahren hätte frei geben können Ich sehe keinen Grund der dagegen spräche.

In den ersten 80 Minuten macht IMAGINARY wirklich alles richtig. Man baut Atmosphäre auf, schaut der Familie beim Einzug zu und sieht wie das kleine Mädel mit ihrem imaginären Freund redet und von ihm immer abhängiger wird.

Dann gibt es nach ca. einer Stunde eine dermaßen unerwartete Wende (und mich kann man eigentlich nicht so oft überraschen), die den ganzen Film auf den Kopf stellt, aber glücklicherweise nicht allzu weit hergeholt ist.

Danach aber macht der Regisseur den gleichen Fehler wie INSIDIOUS und verlässt die natürliche Umgebung des Films (mehr möchte ich nicht sagen wegen Spoilergründen), und führt uns in eine eigene Welt ein. DAS muss man dann mögen, und da wandelt sich der Streifen auch fast zum Fantasyfilm.

Immerhin erwischt es IMAGINARY nicht so krass wie etwa MAMA, bei dem die bescheuerte CGI Hexe am Ende den kompletten Film versaut – trotzdem muss man diesen Genrewechsel eben mögen.

Zudem ist hier bei Jeff Wadlow eine Steigerung zu erkennen, denn vor ein paar Jahren nervte er uns noch mit dem dusseligen WAHRHEIT ODER PFLICHT – dagegen ist IMAGINARY ein wirklicher Quantensprung.

Personell hat er eigentlich alles richtig gemacht, denn Dewanda Wise spielt die Rolle der überforderten Stiefmutter durchaus überzeugend, während Tom Payne nur eine kleine Nebenrolle hat.

Der heimliche Star des Films ist allerdings die Veteranin Betty Buckley (kleiner aber feiner Auftritt in SPLIT), die schon in dem Original Carrie !! eine kleinere Rolle hatte und der ist fast 50 Jahre alt. Ihre Auftritte als schrullige und doch geheimnisvolle Gloria sind die Highlights.

Fazit: Von einem reinrassigen Horrorfilm ist dieser Streifen weiter weg als Saskia Esken von der Chance die nächste Miss Germany Wahl zu gewinnen. Trotzdem weiß der recht schmal budgetierte Streifen zu gefallen und wartet mit einer überraschenden Wende auf. Die letzten 20 Minuten sind dann allerdings Geschmackssache...

6,7












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