Review

Welcome To The Remakerodeo!

„Road House“ aus den 80ern ist immer noch ein verdammt lässiger und käsiger Krawallklassiker. Der muss nie, kann aber immer. Jedoch ganz klar ein unverblümtes Kind seiner Zeit und eigentlich in dieser Art nicht wiederholbar. Da hängen zu viele Erinnerungen und Stimmungen dran. Dennoch versuchen sich Amazon, Gyllenhaal und Liman nun an einer modernisierten Version. Kann das gut gehen? Ist das zum Scheitern verurteilt? Oder haut das überraschenderweise die Löcher aus dem Käse? Erzählt wird wieder von einem legendären und lebensmüden Türsteher/Rausschmeisser, der sich mit den Gangstern in der Nähe seines Arbeitgebers anlegt…

Kehlkopf „nur“ eingedrückt statt rausgerissen

Der neue „Road House“ wirkt wie ein Schnellschuss aus Limans Hüfte - und das ist nicht unbedingt schlecht. Dadurch bekommt er eine ungewöhnliche Spontanität, Direktheit und Unsauberkeit. Die Treffer in den Gesichtern und die Härte allgemein haut gut rein. Der Soundtrack hält einige tolle Tracks auf Lager. Gyllenhaal findet seinen eigenen Zugang zu „Dalton“. McGregor ist definitiv ein Bösewicht über den man noch länger sprechen wird, selbst wenn's nicht immer aus schmeichelnden und lobenden Gründen sein könnte. Die Kamera geht gut mit. Dynamik und Draufgängertum. Das Setting ist sommerlich-exotisch. Die Story an sich macht genauso wie damals noch immer keinen Sinn. Was man akzeptieren muss, sogar mögen kann. Logik oder Realität müssen draußen bleiben. Auch das heiße ich nicht schlecht. Und es ist im Grunde ein purer DTV-B-Actioner als Hollywoodwerk getarnt. Was das Original auch ähnlich war. Dieses Mal nur deutlich düsterer und krawalliger. Nimmt sich im Kern zudem nicht ernst. Zum Glück. Spielt's aber mit steinerner Miene herunter. Reicht dem Original nicht das Wasser. In seinen schlimmsten Momenten driftet Vin Diesel um die Ecke gefühlt seine Kreise. Mit zwei Stunden deutlich zu lang. Kann sich aber mit ein paar gezielten, zertrümmernden Ellbogen an die Schläfen besser behaupten als man denkt. Ein Überhit für Amazon wird's wohl nicht. Ein Kultrausschmeisser wie Swayze noch viel weniger. 

Fazit: hart, cool, hip, anders und die meiste Zeit erstaunlich unterhaltsam. Ich hätte nicht gedacht, dass man „Road House“ als totales Baby seiner Zeit remaken kann oder muss - aber diese neue Interpretation macht (mit gedrosselten Erwartungen) wohl das Beste draus… Keine schlechte Zeit für Actionfans. Tut nicht weh. Besteht den Test. Knapp. Das Finale hat ein paar echt dumme Momente. 

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