Review

Kleiner, aber feiner US-amerikanischer B-Thriller aus dem Jahre 1946, der recht geradlinig verläuft, durch seine düstere Ausrichtung und handwerklich einwandfreie Umsetzung aber gut zu unterhalten weiß. Vincent Price in der Hauptrolle als aufbrausender, aber innerlich zerrissener und von Gewissensbissen geplagter Arzt und Totschläger spielt seine Rolle überzeugend. Er ist Opfer und Täter zugleich, da er von seiner über Leichen gehenden Geliebten enorm unter Druck gesetzt wird und sich dadurch immer weiter in einen Strudel aus Abhängigkeit und Schuld begibt, bis sich die Ereignisse quasi folgerichtig im Finale wiederholen. Die Angst des durchschnittlichen Zuschauers vor ärztlichen Falschbehandlungen und dem Halbgöttern in weiß totalen Ausgeliefertsein macht sich „Shock!“ für seine Geschichte zunutze und verteilt nebenbei einige (fragwürdige?) Seitenhiebe auf diverse Therapiemodelle. Sicherlich kein großer, vergessener Klassiker, aber grundsolider Genrefilm, der trotz seiner vielen Jahrzehnte auf dem Buckel weniger antiquiert wirkt, als von mir zunächst befürchtet.

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