Review

Gute-Schnarch-Geschichten 


Horror-Anthologien haben in den 2010ern durch gute Vertreter wie „VHS“ oder „Southbound“ einen echten Boom erlebt. Erfreulich für mich als Fan dieser kurzweiligen Gattung. Aber auch in den 80ern gab es einen Peak in diesem Subgenre - an Werken wie „Deadtime Stories“ kann das nicht gelegen haben, sowas zähle ich dann eher zu den Nachzüglern und Geld-Machen-Wollern. Denn während die Rahmenstory noch Sinn ergibt, fast ein Highlight ist, das Intro samt Song sogar noch richtig Spaß machen, können das die drei Kurzgeschichten nicht mehr wirklich von sich behaupten...

In der ersten Geschichte folgen wir dem Sklaven zweier Hexen, die ihre dritte Schwester wiederbeleben wollen - mit Hilfe von Menschenopfern... Die Idee geht noch klar, es gibt einen witzigen, nachgeschobenen Schlusstwist und die „Zusammensetzungsszene“ ist handgemacht und sieht nicht übel aus - doch im Endeffekt lockt dieses Dunkel-augenzwinkernde Märchen keine Geschwisterpärchen hinter dem Ofen hervor... (4/10)

In der zweiten Geschichte will eine attraktive junge Frau ihrer Großmutter Medizin bringen und muss sich dort mit einem aufdringlichen Werwolf herumschlagen... Eine der lahmsten und unnötigsten und billigsten und langweiligsten Werwolf-Geschichten, die ich je gesehen habe und die ich mir vorstellen kann. Schneller vergessen als ein rotes Käppchen aufgesetzt. Das wird schwer zu unterbieten. (2/10)

In der dritten Geschichte bricht eine Familie (!) aus der Irrenanstalt aus - nur um wiederum bei einer psychokonetisch begabten (!) Serienmörderin unterzukommen... Die kreativste und schmissigste Episode. Das Beste kommt hier wirklich zum Schluss. Selbst wenn das Vorangegangene auch alles andere als schwer zu überbieten war. Zwar wird auch hier das Potenzial der genialen Ausgangslage nicht ansatzweise ausgenutzt, aber immerhin ist die Prämisse schön, der schwarze Humor passt, Goldie ist nett anzusehen und es ist ein perverser Spin auf die Drei-Schweinchen-Story, der sicher sogar Rob Zombie gefallen hat. (5,5/10)

Fazit: nur für Anthologie-Allesgucker. Ehrlich gesagt nichtmal für die. Absolut ermüdend, dilettantisch, meist weder wirklich gruselig noch witzig. Kurz und klotzig, zäh und zahm, lahm und lauwarm. Selbst an Halloween oder für kleinere Horrorfans die falsche Wahl mit massiv mehr Schwächen, Schwachsinn, Seelenlosigkeiten (nicht positiv gemeint!) als Treffern. Schade. Ziemliche Zeitverschwendung. 

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