Cruella de Vil, gespielt von Glenn Close, wird nach 3 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Obwohl sie anfangs versucht, den Hunden zu helfen und sich gegen das Töten von Tieren zur Pelzherstellung ausspricht, fällt sie nach wenigen Tagen in den alten Trott zurück und versucht wieder Hunde aus einem Tierheim zu stehlen, um aus ihnen einen Pelz zu machen. Diesmal holt sie sich sogar noch den Pelzdesigner Gerard Depardieu mit ins Boot.
Einmal mehr liefert Walt Disney nach einem größeren Erfolg mit dem ersten Teil "101 Dalmatiner" einen schwachen zweiten Teil. Die Story ist mit der des ersten Teils beinahe identisch und natürlich ist der gesamte zweite Teil nicht mehr als ein billiger Aufguss der Originals, der zum Glück nicht an dessen Erfolge anknüpfen konnte. Die Charaktere und die ganze Story bewegen sich natürlich in Seichtgewässer und haben nicht einmal einen Ansatz von Tiefe, die ich von Walt Disney sowieso nicht einmal im Traum erwartet hätte. Die Wendungen sind nur leider auch so unglaublich hirnrissig, dass nicht einmal die Altersgruppe, für die der Film bestimmt ist, den Film ernst nehmen kann. Darüber hinaus sind auch die Dialoge unglaublich blöd. Die Story ist wirklich der letzte Schrott, kein Wunder also, dass bis auf Glenn Close alle Darsteller des Originals nicht mehr mitspielen wollten.
Mit Regisseur Kevin Lima setzt Disney einen routinierten Regisseur in diesem Film ein, der vorher bereits Kinderfilme wie "Goofy -Der Film" oder "Tarzan" in Szene setzte. Die Musik mag ihm gut gelingen und auch die Kulisse ist nicht schlecht, aber dennoch verspielt er mit seiner Umsetzung auch das letzte Potential des Films. Alles in allem ist mir seine Umsetzung viel zu skurril, sodass sie beinahe schon an mein Feindbild "Tim Burton" erinnert. Glenn Close und Gerard Depardieu sind so übertrieben als Bösewichte dargestellt und sollen darüber hinaus wohl mit aller Macht lustig wirken, sodass auch hier Potential verschenkt wird. Das Erzähltempo ist vor allem zum Ende hin etwas zu langsam und auch der dämliche Slapstick-Humor kann diese Längen nicht überbrücken.
Der Unterhaltungswert ist damit entsprechend gering. Für alle Zuschauer, die das Kindheitsalter überschritten haben ist der Film mehr oder weniger eine Tortour, da weder die dämliche Handlung, noch der blöde Klamauk einigermaßen unterhalten können. Und auch die Zeilgruppe dürfte wohl nach dem ersten Teil wesentlich mehr erwarten, als der Film im Endeffekt liefern kann. Hinzu kommt noch die hohe Vorhersehbarkeit, da der Film nach gängigen Mustern gestrickt ist, die auch den letzten Anflug von Unterhaltung und Spannung im Keim erstickt. Es gibt nur wenige Filme, die so langweilig sind wie "102 Dalmatiner".
Glenn Close liefert eine solide Leistung als skurrile und gemeine Cruela de Vil ab, kann aber spätestens seit ihrer guten Arbeit im ersten Teil niemanden mehr mit dieser Darstellung vom Hocker reißen. Man fragt sich als Zuschauer sowieso die ganze Zeit über, was eine solche Schauspielerin mit Format in diesem Schrott zu suchen hat. Gerard Depardieu ist ja dafür bekannt, dass er so ziemlich jede Rolle annimmt und anders ist seine Teilnahme in diesem Film auch nicht zu erklären. Seine Darstellung als merkwürdiger und dümmlicher Pelzdesigner ist zwar gut, wird vom schwachen Regisseur jedoch so schlecht in Szene gesetzt, dass er nicht einen einzigen Lacher erzeugen kann. Ioan Gruffudd stellt einmal mehr unter Beweis, dass er komplett talentfrei ist, spielt aber nicht ganz so schwach wie in "Fantastic four". Die übrigen Nebendarsteller sind solide.
Fazit:
Einmal mehr liefert Walt Disney ein Sequel, dass dem Original nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Der Unterhaltungswert ist gleich null und die Story könnte kaum flacher sein. Die Umsetzung ist skurril, sodass der Film noch blöder wirkt, als er sowieso schon ist und auch die guten Darsteller können nichts mehr retten, da sie falsch in Szene gesetzt werden. Am besten erst gar nicht ansehen.