Eine Gruppe von Kriminellen wird von dem zwielichtigen Lambert engagiert, um die kleine Abigail zu entführen und von ihrem reichen Vater 50 Millionen Dollar Lösegeld zu fordern. In dem abgeschieden gelegenen Wilhelm Manor sollen die Kidnapper anschließend 24 Stunden lang mit ihrer Geisel ausharren... wo sie schon bald Muffensausen kriegen, denn wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Daddy des Mädchens um den legendären Gangster-Boss Kristof Lazaar, mit dem nicht zu spaßen ist. Als sie die gesamte Aktion abbrechen wollen, um ihren eigenen Arsch zu retten, müssen die Entführer feststellen, dass das Anwesen hermetisch abgeriegelt ist, was eine Flucht unmöglich macht. Zu allem Überfluss entpuppt sich die kleine Abigail dann auch noch als waschechte Blutsaugerin, die das Ganze selbst inszeniert hat, um die Gelegenheit zu haben, ein wenig mit ihrem Essen zu spielen... Was ursprünglich irgendwann mal als moderne Variante von "Draculas Tocher" von 1936 beabsichtigt gewesen ist, steht in seiner vorliegenden Form - sicherlich auch deswegen, weil das Tom Cruise-Vehikel "Die Mumie" in der Beziehung eine heftige Bauchlandung hingelegt und so manchen Studio-Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat - im Endeffekt ohne jedwede Verbindungen zu den alten Universal-Horror-Klassikern da. Das ziemlich offensichtliche Vorbild ist nun ein anderes, nämlich Robert Rodriguez' 1996er-"From Dusk Till Dawn", denn hier wie dort wandelt sich ein vermeintlicher Gangster-Streifen mittendrin mal wieder ganz unvermittelt zum blutigen Fun-Splatter mit Vampiren... eine überraschende Handlungs-Wendung, die mehr Eindruck schinden würde, wenn sie im Vorfeld nicht bereits vom Trailer und dem gesamten Marketing rund um den Streifen gespoilert worden wäre. Nun ja, was soll man machen, man muss die Ärsche ja irgendwie in die Kino-Sessel kriegen, nicht wahr? Konnte das Radio Silence-Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett bereits mit seinen "Scream"-Streifen dem Slasher-Sujet keine wirklich neuen Aspekte mehr abgewinnen, so gilt selbiges in noch stärkerem Maße auch für "Abigail", der sich mal wirklich nicht anschickt, den Vampirfilm in irgendeiner Form zu revolutionieren, sondern stattdessen nur Altbekanntes in einem Setting auftischt, das wohl Erinnerungen an den wohlgelittenen "Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot" der Filmemacher wecken soll. Die Handlung ist da ebenso dünn wie woanders auch und das einzige augenfällige Alleinstellungsmerkmal ist da die junge Alisha Weir in der Titel-Rolle, die die Vampir-Göre adäquat mimt, allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu gezwungen in Richtung Genre-Ikone à la Freddy Krueger & Co gedrückt wird... was ja meist den gegenteiligen Effekt von dem hat, was da beabsichtigt wurde, wie auch sogar ein Wes Craven selbst einst mit seinem "Shocker" feststellen musste, für den damals ja auch keine Fortsetzung drin war. Die Art und Weise, wie hier mittels teils noch handgemachten F/X und sudeligen CGI-Körperexplosionen satt im Gekröse gewühlt wird, dürfte da zumindest die übliche Gorebauern-Klientel mehr als nur zufriedenstellen, auch wenn einem die Dialog-Witze und der latent ironische Unterton da doch permanent verklickern, dass das ganze Blutvergießen doch bitte mit einem Augenzwinkern zu betrachten ist. Immerhin: Dan Stevens hat zehn Jahre nach "The Guest" ausgiebig die Gelegenheit genutzt, um sich 2024 mit seinen Bösewicht-Auftritten in "Cuckoo" und dem hier bei der Genre-Crowd lieb Kind zu machen... good for him! Für "Abigail" selbst wäre aber mehr drin gewesen, denn ihr Streifen ist leider nur ein Vampirfilm unter vielen geworden...
6/10