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Für manche Filme ist das eigene Marketing der größte Feind. Wie soll man denn aber bitteschön einen Trailer produzieren für einen Film, dessen großer Twist gleichzeitig seine ganze Handlung ist? In ABIGAIL entführt eine Handvoll hochqualifizierter Krimineller ein kleines Mädchen, nur um nach ziemlich genau der Hälfte der Laufzeit herauszufinden, dass sie es mit einer kleinen Vampirin zu tun haben. BÄM! 

Das Hauptproblem des Films ist, dass er außer diesem Twist wenig Überraschendes zu bieten hat. The Trailer is the Movie und selbst wer diesen nicht gesehen hat, aber ein paar einschlägige Genrefilme kennt, kann nach den ersten Minuten das Drehbuch eigentlich selbst weiterschreiben. Im Grunde haben die Regisseure Bettinelli-Olpin und Gillett hier nur ihren Hit READY OR NOT variiert: Dort jagte eine Hochzeitsgesellschaft überraschenderweise die Braut durch ein altes Gemäuer, hier jagt Abigail ihre Entführer womöglich durch die selbe Location. 

Gruselig ist ABIGAIL keine Sekunde, die wenigen Jumpscares zünden nicht wirklich und die blutigen Szenen sind eher Showeffekte als Horror. Dabei hätte der Film mit seiner guten Besetzung und den zum Teil interessanten Typen (allen voran Dan Stevens) wirklich Potenzial gehabt. 

FROM DUSK TILL DAWN, der das Konzept des Genremixes vor knapp 30 Jahren so richtig salonfähig machte, verließ sich auch nicht nur auf seinen (Titty) Twist, sondern bot Spannung, Action und Witz. Hier wird alles nach Schema F abgespult. Aber wahrscheinlich reicht das für die anvisierte Teenagerzielgruppe.

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