3 ist eine postapokalyptische Party
In der neueren, gefühlt günstig zu produzierenden und scheinbar unendlich ergiebigen Postapokalypsentradition von „A Quiet Place“, „The Last of Us“ und „Walking Dead“, nur noch wesentlich kleiner und ereignisloser, kommt „Arcadian“ daher, ein weiterer (nur) auf dem Papier sehenswerter, neuerer Nic Cage-Film über einen Vater und seine Zwillingssöhne in ihrem einsamen Kampf in einer endzeitlichen Welt überrannt von gefährlichen, komplexen, monströsen Wesen…
The Last Three of Us
„Arcadian“ ist recht hübsch und baut eine solide Beziehung zu seinen Figuren auf. Die irischen Wiesen und Wälder sind Werbung für das Land. Er hält sein Szenario bzw. die Gründe für den Weltuntergang vage und hat ein mehr als solides Kreaturendesign. Manchmal kommt gar etwas Mitleid mit den Monstern auf. Gegen Ende auch Action, zwischendurch immer wieder Schocks und leicht spannende Momente. Cage hält sich komplett zurück. Seine zwei Jungs sind halt Teenager, aber jetzt auch nicht super nervig. Billig sieht hier nichts aus, obwohl er ganz klar porentief B-Movie ist. Und die Laufzeit artet nicht aus. We Are Legend. Und trotz all dieser Eigenschaften im oder nah am grünen Bereich landet „Arcadian“ insgesamt doch nur im gelben. Weil er sich anfühlt wie amalgamiert, wie ein Ersatzprodukt, wie Xucker statt Zucker, wie Veggiesalami, wie schon zu häufig gesehen, oft auch besser. Die glaubhafte und understatete Vater-Söhne-Beziehung bleibt noch am ehesten hängen. Aber insgesamt ist das alles so… egal. Im luftleeren Genreraum. Nie mies, nie gut. Mittelmaßmorast. Ohne Biss, ohne Kante. Homogen, harmlos. Plätschernd wie ein kleiner Wasserfall. Da gucke ich lieber nochmal die ähnlich rollenden „Critters“.
Der Auweh-Käfer
Fazit: nichts an „Arcadian“ ist wirklich schlecht. Nichts ist aber auch wirklich gut. Selbst Cage wirkt wie mit arg ärgerlicher Handbremse. Und alles hat man schon griffiger und klarer und packender gesehen. The End Of The World As We Know It. Und die oft sehr wackelige Kamera hilft nicht.