Synthzilla & Wavekong
Während Marken von riesig wie Marvel über recht groß wie Transformers bis zu im Vergleich eher klein wie Horrorfranchises a la „Scream“ mittlerweile um nicht weniger als ihr Überleben im Kino kämpfen, sagen zumindest die Zahlen: Warners „Monsterverse“ hat Rückenwind. Selbst wenn die grünen Zahlen jetzt keine Rekorde brechen, ist ein solcher Aufwärtstrend (sogar inklusive der TV-Serie „Monarch“) heutzutage wie gesagt keine Selbstverständlichkeit. Vor allem Adam Wingard konnte mit seinem „Godzilla vs. Kong“ überzeugen, Spaß machen und die Ressourcen einigermaßen unter Kontrolle halten. Nun durfte er mit „Godzilla x Kong: The New Empire“ einen nachlegen und liefert den bisher günstigsten (!) und gleichzeitig vom Box Office eben erfolgreichsten (!!) Film dieses Kosmos' - dafür im Voraus Chapeau! In seinem neuesten Titanenbrawler dreht er den Synthwave auf 11, lässt Dan Stevens freidrehen und in der Hohlerde eine geheime Ebene aufgehen, wo ein fies-tyrannischer Riesenaffe den beiden titelgebenden Giganten einen Aufgabe stellt, die ihre neugewonnenen Tagteameigenschaften testet…
Ich mag Adam Wingard und auch seinen ersten Erguss von vor drei Jahren. Doch irgendwie wollte bei „GxK“ der Funke nicht ganz dermaßen überspringen. Ohne zu sagen, dass man popcornartig nicht auf seine Kosten kommt. Gerade wenn man Synthwave und Neonfarben mag. Wenn man Dan Stevens mag. Und wer tut das nicht?! Die letzten 20 Minuten liefern sogar Kaijubattles, wie man sie sich erträumt. Visuell ist das in Ordnung, wenn auch nicht immer einwandfrei hochwertig oder gar hübsch. Und die Laufzeit wird nicht zu arg überstrapaziert. Aber wie gesagt, irgendwie ist „GxK“ gehaltlos und leer. Und das selbst für minimale „Monsterverse“-Verhältnisse. Das Beste sind einige längere Sequenzen komplett ohne Menschen und Dialoge, die ganz klar zeigen, dass man die Monster und vor allem Riesenaffen auch nur mit Gestik und Mimik sehr gut versteht und mitfühlt. Fast „Planet der Affen“-Vibes. Aber dann wird halt wieder über ebenso lange Sequenzen zu den Menschen und vor allem diesem laschen Eingeborenenstamm geschwenkt, sodass man ohne Probleme eine ausgedehntere Toilettenpause einlegen kann, in der man rein gar nichts verpasst. Hier hat nur Dan Stevens durchgängig Spaß. Der Rest ist egal, der Rest ist Füllmaterial. Und genauso cool wie ein paar Kämpfe der Titanen sind, so lahm sind die menschlichen Phasen. Und hinzu kommt, dass manch ein Gigantenkampf (wie der von Godzilla gegen Tiamat) vollkommen unter seinen Möglichkeiten bleibt. Wodurch insgesamt ein gemischter und schnell vergessener Sommerkinosnack bleibt. Nicht mies, aber nie mit Wow-Effekt.
Fazit: schöne Farben, schöne Sounds, schöner Wumms, schöner Schwachsinn… dennoch wirkt „Godzilla x Kong“ wie ein kalorienarmer Lückenfüller im eh schon recht hohlen Monsterverse. Ich könnte mir vorstellen, dass die Aufwärtsspirale nun erstmal gestoppt ist.