King Kong im bunten Wunderland...
Schon witzig, zu sehen, wie sich manche Filmreihen entwickeln. Der aktuellste Teil der Monsterchronologie hat es aber in sich. Einspielergebnisse konnten sich sehen lassen; immerhin spielte er mehr als das doppelte wieder ein und ist bereits der fünfte Teil im MonsterVerse. Die Godzilla Kong Filme fußen logischerweise auf die japanischen Originale und haben sich inzwischen amerikanisch eingebürgert. In der Hauptrolle konnte wieder Rebecca Hall gewonnen werden, die bereits im Vorgänger ihre Figur absolvierte.
King Kong hat sich in der inneren Erde niedergelassen und sucht nach Gleichgesinnten. Auf der Erdoberfläche tobt weiterhin Krieg zwischen Godzilla und den Titanen, Riesenmonster, die Vernichtung wollen. Als ein unbekanntes Signal aus der Hohlerde von Kong und der jungen Jia wahrgenommen wird, reisen alle flugs in die Tiefen der Erde, um die Quelle der Signale zu lokalisieren. Und es soll sich lohnen: Ein überlebender Stamm aus geraumen Urzeiten benötigt Hilfe gegen einen tyrannischen Herrscheraffen im Kongformat, den Skar-King, der mithilfe des Eistitanen Shimo plant, an die Erdoberfläche zu gelangen. Kong benötigt Hilfe im Kampf gegen die Bestien und holt Godzilla als Mitstreiter ins Boot. Der ist allerdings nicht ganz angetan von Kong's Anwesenheit.
King Kong rules; so könnte man den neuesten Streich des Kaiju-Abenteuers beschreiben. Immerhin wird uns hier ein Kampf der Giganten geboten, wie einst bei den japanischen Originalen der 60er und 70er Jahre, nur halt versetzt in die westliche Welt. Da stört es auch nicht immens, wenn das Kino-Update praktisch amerikanisiert wurde. Nach urzeitlichem Beginn mit haarsträubender Verfolgungsjagd, lehrt uns Kong menschenähnliches Verhalten und lässt sich auch seiner humorvollen Seite nicht berauben. Nach diesem unterhaltsamen Auftakt gleitet der Plot munter auf ein wildes und effektstarkes Klassik Monsterfight Szenario zu, ganz im Stile der Japan-Klassiker. Dabei wird die These der Hohlerdetheorie beleuchtet und ausgiebig thematisiert.
Nichtsdestotrotz wirkt "Godzilla x Kong" wie ein edler, ellenlanger Merchandising Werbespot mit vielen grellen Farben und Beleuchtung. Selbst das pinke Godzillaleuchtdesign war inspiriert aus der Mangaserie "Dragon Ball" und dessen Helden Son-Goku. Mit lässigem Humor und Feelgood Movie Elementen reiht sich die neue Ära der Gigomanten in die America Popkultur ein und nimmt sich auch so nicht ganz ernst. Daneben sorgen affenstarke Action wie realistische CGI Effekte für echtes Popcornkino und ist für jene das richtige Futter, die sich nicht an "Jurassic World" sattsehen konnten. Allerbeste Unterhaltung auf gehobenen Niveau also, trotz des recht dünnen Handlungsfaden. Während der Streifen zuerst zweigleisig fährt, verknüpft sich gegen letztem Drittel alles zu einem Strang, der fulminantes Giganten Wrestling-Spektakel vor Augen führt, beeindruckende Welten zaubert, sowie faszinierende Kreaturen auf die Menschheit loslässt, die eher eine untergeordnete Rolle spielen, nahezu zierendes Beiwerk sind. Ansonsten perfekt abgestimmtes Affentheater im coolen Design.
Die Retro-Giga-Monster leuchten und kloppen besser wie nie zuvor. Viel Affencharme und würdevolle Verbeugung vor den Klassikern mit niedlichem Mini-Kong. Eine rasante Achterbahnfahrt, für alle, die Jurassic Park und Co lieben. Auch wenn das Teil ein wenig an "Planet der Affen" erinnern mag, Kong bleibt der King und im Duett mit Pink-Godzilla ein unschlagbares Team. Da wird sogar T-Rex vor Neid verblassen.
Ist die FSK: 12 Freigabe gerechtfertigt? Monster-Action, viele Blitzeffekte und Donnergetümmel, für kleinere nicht geeignet.