Neulich in der Hohlerde. Kong hat Zahnschmerzen, entdeckt andere Affen, einen neuen Bösewicht und verbündet sich gegen diesen mit Godzilla. Menschen gibt es auch. Damit scheppert sich dieses Monstrum von Film (nicht anerkennend gemeint) über seine fast zwei Stunden. Und macht unmissverständlich klar, dass er sich von der japanischen Marschrichtung (zuletzt „Godzilla Minus One“) abgrenzen will. Das schafft er bravurös, ordnet sich aber somit auch am anderen Ende meiner Wertungsskala ein.
Alles geht Schlag auf Schlag. Die Erzählweise erinnert an ein aufgeregtes sechsjähriges Kind, das jeden Satz mit „Und dann“ anfängt, während es nach Luft schnappt. Und das ist auf die Dauer einfach nur anstrengend. Das ewige von A nach B, die permanente Hatz irgendwohin von allen Beteiligten ohne eine Wirkung entfalten zu lassen, das stete Beballern des Publikums mit Effekten oder Worten. Dazu zieht der von Adam Wingard inszenierte Stressfaktor immer gleich eine an den Haaren herbeigezogene Lösung für Hindernisse oder ein Gadget aus dem Hut. Und er versucht sich tatsächlich hier und da mal an irgendwas mit seinen menschlichen Figuren, was so fremd wirkt in diesem digitalen Klumpatsch, als würde man zwischen zwei Filmen hin- und herschalten.
An Ideen mangelt es ihm nicht. Er schmeißt einfach alles an die Wand und hofft, das was kleben bleibt. Viel ist es nicht. Wenn ein großer Affe andere große Affen mit einem kleinen Affen vertrimmt, Kong sich um einen Mini-Kong kümmern darf und man das Gebabbel und Geschrei der menschlichen Figuren in diesem Animationsfilm ertragen muss, dann gibt man irgendwann besser auf. Zum Eigenschutz. Wobei sich der Streifen eigentlich ganz gut um sein Publikum kümmert, denn die Beteiligten erklären einem alles. Wenn da was ist, bekommt man das gesagt. Wenn sich jemand bewegt, wird man darauf hingewiesen. Das ist quasi betreutes Filmschauen und man kommt sich richtig schön blöd vor. Wie die Figuren, die hysterisch, stereotyp und belanglos sind.
Viel Affe, wenig Echse. Godzilla bleibt eine Randfigur bis zum Ende. Wegen dem braucht man sich das hier nicht antun, auch wenn er am Ende das Wetter wieder schön macht. Es ist eben die US-Version, die mit jedem Film beweist, dass die verstrahlte Echse in die Hände ihrer Schöpfer aus Fernost gehört.
„I think that there is something seriously wrong with you."
Ein Film, der nur Effektsequenz oder Geplapper kennt. Aber keine Wirkung. Oder ein Gefühl für Größenverhältnisse. Oder Hürden, denn Lösungen sind immer nur einen Handgriff entfernt. Das hier ist ein Paradebeispiel für einen konsequenzlosen Krawallfilm, der sein Publikum nicht ernst nimmt und sich nicht zu schade ist, ihm währenddessen noch gönnerhaft zuzuzwinkern.
Für jedes „Oh my god“ 'nen Schnaps, vielleicht lässt sich das dann besser ertragen. Denn der Kappes sieht nicht einmal besonders hübsch aus mit seinen Vignetten aus Unschärfe. Auch was die Monsterkloppe angeht, kann „The New Empire“ (Welches?, Anm. d. Red) nicht begeistern, lässt Wucht vermissen und ist auch nicht mal gut choreographiert. Allein die Affenkloppe zur Halbzeit und der Showdown bieten ein paar nette Szenen und dennoch gilt auch hier das Gleiche wie für den Rest dieses teuren Schrotts. Es ist ermüdend, zwei Stunden lang die Fünferlooping zu fahren. Irgendwann kotzt man.