Review

Der Bass lebt(e)!

Kommen jetzt doch noch die 90er die 80er ablösen?! Vielleicht in ganzer Breite und mit vollumfänglichem Mainstreamappeal nicht - doch ich heiße es sehr willkommen, dass auch das Jahrzehnt der ersten PlayStation, der besten Loveparades und der Nachmittagstalkshows nun ihren Schwung an (verklärter?) Nostalgie und Liebe abbekommt. Ein sehr beachtlicher, authentischer und pulsierender niederländischer Beitrag zu dieser Welle aus Gabba und Goldzähnen ist „Hardcore Never Dies“, den es nach einer kurzen Kinoauswertung nun bei Prime gibt - und der aus dem Leben von ein paar holländischen Jungs in den Neunzigern zwischen großen Träumen und geheimen Parties erzählt…

Old Kidz Nitro

Für Fans von „Victoria“ oder „Mid90s“ wird auch dieser raue Verschnitt zwischen fetten Pommes und Frikandeln mega gut ziehen. Die Mode und die Drogen, die Typen und die Mucke, die Atmosphäre und die Poster - hier passt einfach sehr, sehr, sehr viel, das wird jeder bestätigen können, der damals halbwegs dabei war. Gefährlich echt, richtig gut. Eine Zeit für sich. Man würde es kaum glauben, wenn’s nicht genau so gewesen wäre. Von Rotterdam bis Remscheid. Verseucht und doch irgendwie unschuldig. Manchmal Refn, manchmal Lobrecht. Immer europäisch, abgefuckt, dreckig. Die Hundeszene ist übel. Alles wirkt verdammt echt. Ein Film, den man fühlen, riechen und schmecken kann. Was toll und eklig zugleich ist. Faszinierend und irgendwie Feier und Warnung zugleich. Die Filajacken und das Neonlicht, die Pillen und die bauchfreien Tops, die Rasierklingen auf dem Schädel und der brutale Bass in der kaputten Seele. Dicke Abzüge für ein ziemliches Wegstehlen im Finnish bzw. anders gesagt: ein sehr offenes, ernüchterndes Ende. Doch ansonsten ein intensives Ding ans Kinn. 

Mondlicht & Asphalt… und der Drücker

Fazit: zwischen Musiktrip, 90s-Nostalgie und Kunst - ein holländisches Handjuwel! 

Details
Ähnliche Filme