Der Millenniumbug beisst!
Zwischen Retro-Highschool-Komödie und Horror-Creature Feature kommt "Y2K" - durchaus namhaft und ambitioniert produziert von A24 und u.a. Jonah Hill. Garniert mit einem All-Star-Soundtrack voller Hits von damals. Nicht günstig. Knapp 90 Minuten lang. Leider (?) momentan ziemlich am untergehen, redet kaum einer drüber. Obwohl mir der Trailer eigentlich echt gut gefallen hatte... Über ein paar Teenager am Ende von 1999 und ihre Silvesterparty, die komplett außer Kontrolle gerät - durch einen aggressiven und die Menschheit versklaven wollenden Computervirus (a la die kleine Cousine von Skynet), wo sich damals wirklich viele vor gefürchtet hatten...
"Superbad" trifft "Puppet Master"?!
Ein bißchen Kifferkomödie, ein bißchen Killerroboter-C-Movie, ein bißchen Drogentrip, ein bißchen "This Is The End", ein bißchen Sexklamotte. "Y2K" packt viel in seine kurze Laufzeit. Und er ist in jeder dieser Beziehungen naiv und oberflächlich, unreif und frech. Ein perfekter Freitagabendbierfilm. Vor allem für uns, die in diesen seltsamen Jahren des digitalen "Starts" damals selbst Teenager waren. In keiner seiner Subgenres geht er über Bewährtes hinaus. Und dennoch macht er das gut. Sein Zeitkolorit, seine Sprache, seine popkulturellen Anspielungen, seine leichten Funsplattrigkeiten, seine verlässlichen Figuren. Etwas schade, dass der lustigste Charakter deutlich zu früh die Bildfläche verlässt und gerade das zweite Drittel im Wald (trotz dem angeteasten Gastauftritt) deutlich an Zug und Ideen verliert. Doch das erste Drittel ist top, der Schluss ist okay, insgesamt kommt man auf seine Kosten. Egal ob man feiern, trinken und/oder einfach nur Cyborggore sehen will. Oder einen Fred Durst von damals. Teilweise auch dermaßen bescheuert, dass man mindestens um ein dummes Grinsen nicht herum kommt. Und ich musste sogar öfters laut lachen. Schön, dass A24 mal seine gewohnten Pfade verlässt und auch filmisches Genre-Fast Food kann - denn auch das kann ja mal schmecken. Erst recht wenn es so sympathisch und unbedacht daherkommt. Selbst wenn "Y2K" sicher nichts Bleibendes ist.
Technik, die zerkleistert
Fazit: ui ui ui... ein Film, eigentlich wie für mich gemacht. Er gefällt mir (trotz Ideenarmut in der zweiten Hälfte) genauso gut wie der Trailer. Wer also da dachte: "Jip, das ist mein Ding, das trifft die späten 90s/frühen 00er!", der wird auch mit dem finalen Film kurzweilige und feuchtfröhliche 90 Minuten haben. Obwohl er seine Munition schnell verschießt. Wer jedoch schon beim Trailer im Strahl gekotzt oder sich gelangweilt hat, der kann auch mit dem Film nichts anfangen. Immerhin ist das Marketing on point - heutzutage auch eine Seltenheit.