Angelehnt an den elitären Geheimbund „Skull & Bones“ entstand dieser Thriller über eine mächtige Vereinigung an einer amerikanischen Universität.
Bush und sein damaliger Kontrahent Kerry sollen ja Mitglieder dieser dubiosen Organisation gewesen sein, da bietet es sich also an, den Machteinfluss der Skulls deutlich zu überzeichnen und einen jungen Studenten zwischen die Fronten geraten zu lassen.
Luke (Joshua Jackson) heißt dieser Junge, der aus armen Verhältnissen stammt und zu wenig Geld für Yale oder Harvard aufbringen kann. Da kommt die Einladung der Skulls genau richtig, nach einigen Ritualen, sowie Mutproben in den Geheimbund aufgenommen zu werden. Einflussreiche Leute gehören dem Club an und jedes Mitglied wird finanziell unterstützt.
Doch Luke gerät ins Wanken als sein bester Freund erhängt aufgefunden wird, denn der arbeitete gerade an einem Artikel über die Skulls…
„Was geheim und elitär ist, kann nicht gut sein“, - wie wahr, man denke nur an den Ku Klux Klan oder die Mafia. Ähnlich geht es in dieser Organisation zu, alle halten scheinbar zusammen und in Wirklichkeit hauen sich die Mitglieder mit ihren dunklen Geheimnissen gegenseitig in die Pfanne. Hier gelten strenge Regeln, ein Ausscheiden ist unmöglich und auch vor Mord wird nicht zurückgeschreckt.
Das Kernthema ist durchaus interessant und ansprechend, nur leider werden die Skulls zuweilen etwas übertrieben und klischeebeladen dargestellt.
Da bekommen die Neulinge mal so eben die fettesten Sportschlitten, jede Menge Geld aufs Konto, beim feinen Tanz müssen die Herren nicht etwa mit ihresgleichen vorlieb nehmen (weil Frauen nicht zu den Mitgliedern gehören dürfen), sondern es werden Edelnutten engagiert und die obersten Ratsmitglieder sind mindestens Richter oder Senator.
Dazu bekommen sie ein Brandzeichen in den Unterarm und eine fette Uhr darüber, weil schließlich niemand außerhalb der Organisation die Zugehörigkeit der Mitglieder kennen darf, - wie wollen die Typen denn das ihren Frauen oder ihrem Hausarzt erklären?
Held Luke ist von Natur aus genau das Gegenteil, nur mit seinem Eintritt vergrault er soeben seine Ficke Chloe (Leslie Bibb) und seinen rechergierenden Kumpel Will (Hill Harper), der kurz darauf am Seil baumelt.
Ab da heißt es, Beweise sammeln, zur Polizei gehen, alte Freunde herbeirufen, um das Beweisvideo vom Tatort zu schnappen.
Leider fehlt es hier an erzählerischen Höhepunkten, es kommt zu selten Spannung auf und das Tempo ist gemächlich, weil sehr dialoglastig.
Nur gegen Ende gibt es noch ein wenig Action in Form einer Autoverfolgung und einem klassischen Duell mit Schusswaffe (Rücken an Rücken, zehn Schritte gehen…eigentlich doch keine Action).
Aber mit Plot-Twists müht sich die Inszenierung nicht sonderlich, sie verläuft weitestgehend vorhersehbar und ohne sonderlichen Drive ab. Nur die Geheimbund Thematik an sich hält einigermaßen bei Laune.
Und die für diese Form von Teenie-Drama recht brauchbaren Darsteller.
Joshua Jackson ist als Held durchaus markant und hat ein paar überzeugende Szenen, Love Interest Leslie Bibb agiert eher unauffällig, Paul Walker gibt den Schnösel mit weichem Kern sehr überzeugend und Craig T. Nelson ist richtig hassenswert als einflussreicher Skulls-Boss.
Nur mangelt es an markanten Szenen, die begeistern.
Ob da nun eine schulinterne Regatta bestritten wird, bei der sich Luke erstmals hervortut, Abhörwanzen in sämtlichen Wohnungen entdeckt werden oder unser Held kurzfristig in der Psychiatrie landet, weil der ominöse Cop ihm nicht glauben (oder schützen) will, - der Streifen bietet ein paar gefällige Bilder, gegen Ende einen sauberen Score, ansonsten innerhalb der gut 100 Minuten aber zu wenig Atmosphäre und dramaturgischen Einsatz.
Die Geheimbund-Sache ist eine recht nette Idee, aber Regisseur Rob Cohen macht nicht allzu viel daraus und lässt einen jungen Helden gegen eine übermächtige Organisation antreten, in der es vor Logiklücken nur so wimmelt.
Irgendwann kann man das ganze Freimaurer-Getue nur noch belächeln.
5 von 10