Review

Alle jugendlichen Seriendarsteller, die halbwegs Erfolg haben, wollen irgendwann mal den Absprung schaffen und nehmen dann die erstbeste Hauptrolle in einer Mittelklasse-B-Produktion an, eben weil sie ihr sonstiges Zielpublikum anspricht.
Wir wollen es also Dawson-Creek-Regular Joshua Jackson nicht zur Last legen, daß er sich ausgerechnet für "The Skulls" entschieden hat, einer Story über einen Studenten, der einem mächtigen Geheimbund beitritt und dann bemerkt, daß er sich verhoben hat, als da böse Absichten am Horizont auftauchen.

Um ehrlich zu sein: die ganze Prämisse ist beschissen!
Die "Skulls", dieser Bund der Mächtigen, hat ja dermaßen alle in der Tasche, daß nur noch die Glückwunschadresse des Präsidenten fehlt, um die Story komplett zu machen. Die Rituale und Aufnahmeprüfungen sind unglaublich überzogen und albern, die inneren Strukturen der mächtigen Macher natürlich durchzogen von Mißgunst, Neid und gegenseitigem Ausspielen.

Und da hinein gerät unser Held, nach dem sein Freund (und designiertes Todesopfer) und er sich eigentlich darüber klar waren, daß die Skulls eine ganz miese Institution sind und auch die Freundin Zweifel äußert. Dennoch geht Jackson ab wie ein Zäpfchen, als der ersehnte Anruf für das Stipendium kommt und führt sich von nun an auf wie ein richtig schönes Arschloch, weil ja Skullblut dicker als Wasser ist.
Und da kann man doch richtig gut leben, so als Bundmitglied: dicke Schecks, dicke Autos und auf der Party gibt's auch noch dolle Mädels, die ihm anstandslos einen geblasen hätten, nur dürfen wir das in einem Teenagerfilm nicht zeigen.

Bis eben Freund, Mahner und Journalist in einer Person dran glauben müssen, weil er so geschickt war, zur besten Sendezeit ins innere Heiligtum zu stapfen, um da dann auch noch live Notizen auf Band sprechen zu müssen (für so viel Blödheit muß er sterben!!!).
Was jetzt noch fehlt, sind Zweifel, Unglaube, Aufbegehren und die Verlorenheit in einer skull-kontrollierten Welt, die Beweise fälscht und keinem Unschuldigen eine Chance läßt, außer es dient jemandem anderen persönlichen Interessen. Bahn frei für ein finales Duell und einen Helden, der mit einer salbungsvollen Rede seinen besten neuen Freund vom Irrweg abbringt.

Die Wendungen des Buchs sind so altbacken und voller Klischees, daß einem das Essen hochkommt. Alles hat man schon gesehen oder kann man billigst vorhersagen, zugeschnitten auf die Phantasien von 16jährigen ohne Führerschein und sexuelle Langzeiterfahrungen. Craig T.Nelson und William Petersen summen übrigens für einen kleinen Scheck auch in dieser Produktion herum und machen ihren Karrieren damit ein Ende. Naja, für Petersen kam dann ja C.S.I....

Ergo dürfte jeder über 17 diesen Film in seiner Gesamtheit recht ärgerlich finden, denn eine stumpfere Klischeesuppe gabs selten und Jackson ist nicht gerade der sympathischste Strahlemann auf diesem Planeten, schlägt sich aber für seine Verhältnisse achtbar. Aber was nützt die Mühe, wenn das Drehbuch nur aus aufgekochten Pubertätsphantasien besteht. Und doofen dazu! (2/10)

Details
Ähnliche Filme