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Die Idee zu dem etwas anderen österreichischen Heimatfilm ist, wie sollte es anders sein, aus einer Schnapsidee entstanden. Ursprünglich wollten die Macher einen Kurzfilm über einen Killer mit Maske drehen, herausgekommen ist ein Langfilm über einen Killer mit Maske, der mit einer Laufzeit von 141 Minuten eindeutig zu üppig ausgefallen ist.

Im ländlich gelegenen Mühlviertel fristen die Nachbarn und Freunde Micky (Martin Pühringer) und Benji (Bernd Halmer) ein eher glanzloses Dasein, bis ihr gemeinsamer Bekannter tot unter einem Staudamm gefunden wird. Die Hinweise abseits eines Selbstmords verdichten sich, als ein Fremder mit Maske auftaucht, der den Freunden nach dem Leben trachtet…

Zwar war der erste Trailer nach einigen Drehtagen bereits anno 2016 fertig gestellt, doch es sollte noch sieben weitere Jahre dauern, bis der komplette Streifen die Leinwand erblickte. Da man ausschließlich an Wochenenden und zudem nur an wetterfreundlichen Tagen drehen konnte, zogen sich die Dreharbeiten und auch das Drehbuch änderte sich immer mal wieder.
Allerdings sieht das Ergebnis alles andere als amateurhaft aus.

Obgleich Regisseur und Hauptdarsteller Pühringer für die meisten Jobs der Produktion tätig war, hat er in nahezu allen Belangen saubere Arbeit geleistet. Speziell die Pyrotechnik hinsichtlich brennender Wohnhäuser und Fahrzeuge sieht beachtlich real aus und auch im Bereich Score scheint es diverse Grundkenntnisse zu geben, um ihn auf orchestrale Weise sehr genau ans Geschehen anzugleichen. Demgegenüber dümpelt die Geschichte oftmals ein wenig orientierungslos sich hin.

Allein die erste halbe Stunde der Einführung hätte man problemlos auf zehn Minuten herunter kürzen können, wonach der maskierte Killer nicht erst nach geschlagenen 50 Minuten in Erscheinung tritt. Ab diesem Zeitpunkt ist hingegen gut Tempo im Spiel und auch diesbezüglich stimmt das Timing meistens und es gibt sogar einige Situationskomik, die locker als Hommage ans Slashergenre durchgeht, zumal die dazugehörigen Darstellerleistungen zwischen Zurückhaltung und Overacting stets zur Situation passen.

Als kleines Manko kristallisiert sich die fehlende Härte und die mangelnde Kreativität bei den wenigen Ableben heraus. Wird mal eine Axt geschwungen, ist allenfalls das Endprodukt zu sehen und auch bei den wenigen körperlichen Auseinandersetzungen fällt der Kollateralschaden überschaubar aus. Die restliche Action ist hingegen sauber in Szene gesetzt, die spätestens beim mehrfachen Überschlag eines Autos nach einer Explosion überzeugt.

Die übermäßigen Längen vorliegenden Regiedebüts sind nachvollziehbar, da die Beteiligten sichtlich viel Herzblut in das Projekt steckten und auf keine Szene ihrer langjährigen Arbeit verzichten wollten. Dennoch hätte hier eine deutlich Straffung erfolgen müssen, allein, um die dauerhafte Dynamik des Katz - und Maus-Spiels zu gewährleisten. So bleibt ein handwerklich versierter, recht passabel gespielter und zuweilen humorvoller Slasher, der sich aufgrund der Fülle kleiner Nebenhandlungen selbst im Weg steht.
Knapp
6 von 10

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