Pädophilie in den höchsten Kreisen des (spanischen) Landes, - trotz des überaus brisanten Kernthemas deckt sich dies so rein gar nicht mit dem reißerischen Titel, welcher eher eine blutige Hatz verspricht.
Madrid 2010: Ermittlerin Maria bekommt es mit dem Mord an einen Minderjährigen zu tun, kurz darauf wird eine weitere Leiche entdeckt. Beide Opfer weisen eine Verbindung zu einer pädagogischen Einrichtung auf, während der hartnäckige Journalist Luna in eine ähnliche Richtung ermittelt, die in höchste kirchliche Kreise reicht…
Die Chose mutet trotz kurzer Flashbacks ins Jahr 1976 in vielen Belangen wie ein konventioneller „Tatort“ an, nur eben in spanischen Gefilden. Betont sachlich werden immerhin brauchbare Figurenzeichnungen der wesentlichen Protagonisten geliefert und mit ihnen erlebt man durchweg taugliche Mimen. Doch der eigentliche Mordfall entwickelt sich mehr und mehr zu einer Verschwörungskiste, die phasenweise wenig erbauliche Ermittlungsarbeit liefert.
Die Identität des Killers wird früh verraten, darüber hinaus gibt es willkürliche Figuren, die allesamt etwas zu verschleiern haben und wie es das Klischee so will: Die ganz unten knicken ein, ganz oben schweigt man beharrlich. Insofern kommt es zu keinen neuen Enthüllungen, die Geschichte birgt keine Überraschungen, - allenfalls die Tatsache, dass eine angeblich erfahrene Polizistin zweimal an entscheidender Stelle völlig versagt.
Spannend gerät die Angelegenheit trotz des aufreibenden Themas nur leidlich, das Tempo bleibt eher gemächlich und auf eventuelle Actionszenen lässt man sich erst gar nicht ein.
Aber auch auf emotionaler Ebene trifft die Story nur selten den Nerv, da sie in ihrer Gesamtheit zu oberflächlich bleibt und sich letztlich nur an losen Fakten entlang hangelt, die kurz vor den Credits nochmals erwähnt werden.
Immerhin hält sich der sauber arrangierte, hinsichtlich des sensiblen Themas zurückhaltend eingesetzte Score eher zurück, während ansonsten handwerklich wenig anzukreiden ist. Die Geschichte pendelt indes recht unentschlossen zwischen Krimi und Sozialdrama und weiß auf beiden Ebenen kaum zu packen, was innerhalb der rund 106 Minuten nicht selten zu Längen führt.
4,5 von 10