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"Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist ein hochspannender Mystery-Thriller und Vorbild für spätere Filme wie "The Sixth Sense". Man muss ihn schon bis zum Schluss sehen, um den wahren Schock zu erleben.

Geschockt vom tragischen Tod der kleinen Tochter, suchen John Baxter (Donald Sutherland) und seine Frau Laura (Julie Christie) in Venedig nach etwas Ablenkung. Das gelingt nicht: Eine blinde Frau mit hellseherischen Fähigkeiten überbringt ihnen von ihrer verstorbenen Tochter die Nachricht, dass Johns Leben in der Lagunenstadt in Gefahr sei. Laura glaubt ihr, der Gatte nicht. Und so nimmt der Schrecken seinen Lauf...

Donald Sutherland (Space Cowboys) gibt hier einmal mehr eine hervorragende Schauspiel-Performance ab. Man nimmt ihm sowohl den trauernden Vater als auch den ungläubigen Gatten locker ab. Auch Julie Christie (Troja) macht ihre Sache gut.

Der auf einem Roman von Daphne du Maurier basierende Film schockiert nicht durch blutige Metzelszenen a'la "Texas Chainsaw Massacre", sondern das Grauen kommt langsam, aber dafür desto heftiger. Unterstützt wird der Film noch durch Venedig als Location, die mit ihrer unheimlichen Aura und den labyrinthischen Gassen und Kanälen überzeugen kann. Da ich selber schonmal in Venedig war, weiß ich, dass es dort nicht schwer ist, sich zu verlaufen. Dann gibt es auch noch eine knapp vierminütige Sex-Szene mit Sutherland und Christie, die hierzulande völlig ungekürzt zu erleben ist, was bei den Amis (mal wieder) nicht der Fall ist. Hatte mich "The Sixth Sense" irgendwie gelangweilt, so hat mich dieser Film allein durch seine unheilvolle Atmosphäre der Lagunenstadt gepackt. Hinzu kommt natürlich noch eine spannende Story und ein schockierendes sowie verstörendes Ende.

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist ein Klassiker des Mystery-Thrillers, der sowohl durch Darsteller als auch Location und Story überzeugen kann.

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