Puh, der Winnie wieder. Es dürfte wohl die Neugier auf das Umkrempeln einer Kinderfigur gewesen sein, die dem ersten Teil aufgrund des geringen Budgets einen respektablen Gewinn einbrachte. Bei einem enthusiastischen Filmemacher wie Rhys Frake-Waterfield lässt eine entsprechende Fortsetzung natürlich nicht lange auf sich warten, mit der er seinen bis dato besten Film abliefert.
In dem kleinen Nest Ashdown hat Chris (Scott Chambers) ein schweres Los, denn der angehende Arzt wird von vielen Bewohnern als Drahtzieher eines voran gegangenen Massakers angesehen. Derweil tötet die Clique um den Mordbären Winnie jedoch munter weiter, während Chris eine Verbindung zu seinem verschwundenen Bruder herzustellen versucht…
Eine Fortsetzung sollte sich bestenfalls steigern und diesbezüglich offenbaren bereits die ersten Minuten, dass zumindest im Bereich detailfreudiger Gewaltausübung mindestens zwei Schippen drauf gelegt wurden. Zwar mutet die Einleitung mit schraffiertem Zeichentrick nicht sonderlich aufwendig an, es gibt allerdings genügend Hintergrundinformationen, um mit entsprechenden Grundkenntnissen über mutierte Tiere durchstarten zu können.
Glücklicherweise gerät die Chose nicht zum reinen Massaker und lässt sich für einige wenige Figuren ein paar Momente Zeit, um etwa Chris als sensiblen jungen Mann einzuführen, der mit Familiensinn als zurückhaltender Held taugen könnte. Anders gestalten sich die Auftritte von Bär, Eule und Schwein, denn die sind ausschließlich zum Abmurksen namenloser Opfer zuständig.
Und da geht es in weitgehend handgemachter Form auch ordentlich zur Sache, wenn im Verlauf unzählige Köpfe abgetrennt werden, ein Gewehrlauf durch einen Schädel gestoßen wird, diverse Gliedmaßen gebrochen werden und spitze Krallen zigfach zustoßen. Eine gut besetzte Untergrundparty eignet sich selbstverständlich gut, wenn der Bodycount gegen Ende in ungeahnte Höhen rasen soll, während Teile einer Kettensäge durchaus einige Minuten mit Feuer konform gehen können.
Storytechnisch bewegt man sich nach wie vor auf recht dünnem Eis und einige Referenzen wie die Situation einer Babysitterin oder die Querverweise auf einen Wissenschaftler fallen eher plump denn gewitzt aus. Auch die Sprüche der rasenden Mutanten hätte man sich mehrheitlich sparen können, zumal eine stumme Bedrohung oftmals mehr Eindruck hinterlässt als quasselnde Schlächter. Jedoch lässt man es sich nicht nehmen, eine eventuelle Fortsetzung anzuvisieren, die womöglich noch ein paar Tiere mehr implizieren könnte.
Klar, die gängigen Pfade eines handelsüblichen Slashers werden im Prinzip nicht verlassen und Überraschungen sind ebenso wenig zu erwarten wie satirische Elemente oder gar bissiger Humor. Dennoch ist der Stoff weitgehend kompetent inszeniert und wird darstellerisch sauber ausgeführt, die Kills sind häufig und derb, nur an den Masken der Mutanten könnte noch etwas gefeilt werden. Dennoch deutlich gelungener und unterhaltsamer als der erste Teil.
6,5 von 10