In den richtigen Händen kann die Fortsetzung zu einem völlig vergurkten Erstling durchaus glücken, zumal die Ausgangsidee mit der Medusa, dem Mischwesen mit Schlangenhaar, welches ihre Opfer in Stein verwandelt für geeigneten Horror sorgen könnte. Wohl gemerkt: In den richtigen Händen.
Lola ist neu in dem Trailerpark, in dem gestrandete Frauen eine Art Schwesternschaft gebildet haben, sich als Huren ihr Geld verdienen und übergriffigen Freiern gewissermaßen den Hahn abdrehen. Noch ahnt Lola nicht, dass sie einer Transformation unterzogen werden soll…
Es handelt sich hier um die Fortsetzung zu „Medusa – Die Schlangenkönigin“ von 2021, bei dem seinerzeit ein gewisser Matthew B.C. Regie führte. Hier wirkte er lediglich am Drehbuch mit und kopiert die Geschichte nahezu 1:1.
Bereits in den ersten Minuten kristallisieren sich komplett unterdurchschnittliche Darstellerleistungen heraus. Die Mimen wirken oft unbeholfen, agieren entweder statisch oder schlicht unangemessen, während die hölzernen Dialoge mehrheitlich weltfremd anmuten.
Und leider fällt die Ausarbeitung über Gebühr dialoglastig aus und fühlt sich über weite Teile wie ein belangloses Sozialdrama an.
Mit dem eigentlichen Horror ist es indes nicht weit her. Ein paar Computerschlangen am Rande sorgen dafür, die Grundidee nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren. Die entsprechende Verwandlung in ein Schlangenwesen in Menschengestalt geht mit kleinen Verfremdungen und Farbfiltern einher, während die Kulisse des langweiligen und spärlich ausgestatteten Trailerparks zusehends ermüdet.
Zwar gibt es im finalen Akt noch eine Handvoll Opfer, doch nach entsprechenden Bissen fließt weder Blut, noch ist eine Wunde zu sehen und auch sonst ist fast keine Gewalt auszumachen. Aber auch keine Freizügigkeit, denn obgleich die Damen einem luftigen Geschäft nachgehen, gibt sich die Chose handzahm und zugeknöpft. Von einer schlangenartigen Verführung ist da nichts zu spüren und eine angedeutete Liebesgeschichte scheitert bereits an der ausbleibenden Chemie zwischen den Figuren.
Derweil unterstreichen fette Regiefehler die geballte Unfähigkeit des Projekts. So beobachtet jemand eine nächtliche Szenerie aus dem Wohnwagen heraus, aber mit Wechsel auf die Beobachtende sieht man nur allzu deutlich, wie die Sonne durch zwei Fenster schimmert.
Zudem häufen sich Kontinuitätsfehler und Einzelmomente ohne Kontext, die das planlose Vorgehen vielerorts unterstreichen.
Letztlich überzeugt hier gar nichts und von auch nur ansatzweise spannenden Momente muss erst gar nicht geredet werden. Das vermeintliche Schlangending ist lahm, in allen Belangen Low Budget und unterm Strich mindestens genauso unansehnlich wie der erste Versuch, mit Schlangen, Frauen am Rande der Gesellschaft und Rachegelüsten tauglichen Horror zu generieren.
2 von 10