Review

Einmal mehr richtet sich eine Geschichte auf eine Überlebenssituation unter minimalen Begleitumständen, wie man sie bereits zuhauf erleben durfte: Eingeschlossen im Sarg, im offenen Meer treibend oder in einem Fahrzeug eingekesselt. Ein Schlammloch erscheint da vergleichsweise weitaus weniger lebensbedrohlich.

Obgleich Sofia und Josh kurz vor der Scheidung stehen, reisen sie gemeinsam zwecks eines Vortags nach Kolumbien. Zuvor besuchen sie den weitläufigen Regenwald und gelangen über Umwege in ein Schlammloch, aus dem es mit eigener Körperkraft kein Entrinnen gibt…

Vielleicht hätte es dem Drehbuch besser getan, entweder ein sympathisches Paar mit absehbarem Durchhaltevermögen ins Rennen zu schicken oder zwei zankende Individuen, bei denen die Situation im Tümpel erst recht eskaliert. Man entschied sich jedoch für einen Mittelweg zwischen Anfeindungen und Liebesbekundungen, was die jeweilige Situation nicht immer glaubhaft gestaltet.

Während die Umgebung des Regenwaldes nahezu komplett ausgeklammert wird, darf man sich entsprechendes Loch wie ein sumpfiges Areal vorstellen, nur dass die Substanz aus schwerem Schlamm besteht, was die Beklemmung, trotz des überschaubaren Durchmessers des Lochs einigermaßen zu transportieren vermag. So sind lediglich Arme und Kopf zu bewegen, während immerhin eine Handvoll Hilfsmittel zur Verfügung stehen und Not bekanntlich erfinderisch macht.

Ein parallel ablaufender Handlungsstrang über einen befreundeten, potenziellen Retter bringt derweil weder Abwechslung noch Spannung, sondern lenkt phasenweise zu sehr von der Kernsituation ab. Jene verschärft sich allerdings nur geringfügig, auch wenn erahnbare Bedrohungen wie Feuerameisen oder eine Schlange nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Bei letzterer ist man sich nie sicher, ob es sich dabei um eine Boa handelt, die wahlweise mal als Würgeschlange unterwegs ist, um zwischenzeitlich aber auch mal Gift zu verteilen.

Da den beiden Protagonisten sprichwörtlich die Beine gebunden sind, bleiben nicht viele Möglichkeiten zur Entfaltung und so greift das Skript schließlich auf hanebüchene Methoden zurück, die in der wirklichen Welt zum Scheitern verurteilt wären. Immerhin taugen die beiden Mimen und die Kamera ist um einige verschrobene Blickwinkel bemüht, wogegen der Score zu sehr im Hintergrund mäandert.

Letztlich kommt der Survivalthriller nie über Mittelmaß hinaus, da es generell an Spannung mangelt, das Mitfiebern mit den Figuren durch blöde Attitüden und platte Dialoge verhindert wird und die unangenehme Situation nie bis zum Rand des Wahnsinns klettert.
Aufgrund der nur 85 Minuten tauglich für Genrefreunde, jedoch nicht im Bereich einer Empfehlung.
5 von 10

Details
Ähnliche Filme