Bodenlosigkeit, die dich dein Ehegelübde wiederholen lässt
„Quicksand“ schickt ein kurz vor der Scheidung stehendes, ziemlich blass und austauschbar bleibendes Ehepaar auf eine Wanderung durch Gestrüpp, Wald und Dschungel. Können eventuell Schlangen, Einsamkeit und vor allem Treibsand (!) die beiden wieder zusammenbringen?! Wer weiß. Ist einem auch ziemlich egal. „Quicksand“ ist sich viel zu ernst nehmender Survivalquark mit mehr als nur C-Movie-Tendenzen. Tut nicht weh - sollte er aber vielleicht?!
Zugegeben, ein paar fiese Attacken der Natur und Tierwelt gibt’s in „Quicksand“. Brennende Ameisen, giftige Schlangen, der langsame aber unaufhaltsame Treibsand höchstselbst. Hinzu kommt, dass die beiden Hauptdarsteller minütlich besser und weniger nervig werden. Und die Natur an sich sehr… natürlich wirkt. Authentisch und gefährlich meine ich. Das fühlt sich nur selten nach Studio an. Das sind die positiven Dinge zusammen mit der komprimierten und zum Glück übersichtlichen Laufzeit. Allzu viel macht dieser Treibsandthriller nicht drastisch falsch. Doch obwohl immer irgendetwas passiert, manövriert sich diese extreme Ehetherapie dann doch für mich zu oft ins Aus, in langweilige Gefilde. Mit peinlichen, schwülstigsten Dialogen, mit Nebenstories weit weg vom Geschehen, die keinen interessieren, mit lächerlichen Momenten, die sich viel zu ernst nehmen und dann mit mir doch insgesamt zu wenig Garstigkeit, Grausamkeit und Gemeinheiten. Richtig Angst machen mir Ameisen und Matsch jetzt nicht… das wird das Hauptproblem sein.
Fazit: magerer Survivalhorror durchaus Längen, Schwächen und Redundanzen. Dennoch: wer gerne und viel wandert, dem Horrorgenre sehr zugewandt ist, vielleicht selbst in einer Ehekrise steckt und eineinhalb Stunden zu opfern hat - why not. Muss aber einiges zusammenkommen.