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Eigentlich bräuchte es die dritte Adaption des gleichnamigen Romans nach den Verfilmungen von 1953 und 1977 nicht unbedingt. Allerdings möchte auch die Generation „Fast and Furious“ regelmäßig versorgt werden und die Prämisse eines Roadmovies im Modus Himmelfahrtskommando gibt potenziell immerhin genügend her.

Die Brüder Fred (Franck Gastambide) und Alex (Alban Lenoir) beteiligen sich als Fahrer eines riskanten Unterfangens: Mit zwei LKW sollen sie 800 Kilometer durch das Rebellengebiet in der Wüste fahren, während sie 200 Kilogramm Nitro transportieren.
Ihnen bleiben 24 Stunden Zeit, das Ölbohrfeuer zu erreichen, bevor eine zweite Quelle explodiert…

Yves Montand und Roy Scheider waren seinerzeit die jeweiligen Hauptdarsteller und diese hinterlassen nicht unerhebliche Fußstapfen. An die reichen die Darsteller zu keiner Zeit heran, - weder in Sachen Schauspiel, erst recht nicht in charismatischen Belangen. Auch geben ihre Figuren nicht allzu viel her, denn der Bruderzwist erreicht trotz einiger Rückblenden und Familieneinbindung nie die notwendige Tiefe fürs emotionale Mitfiebern. Die entsprechenden Sidekicks fallen ebenso flach aus.

Die Wüste Marokkos und der teils markante, routiniert arrangierte Score von Eric Serra liefern immerhin zwei gute Grundlagen für das Abenteuer in rauer Umgebung. Doch es benötigt einige Zeit, bis die hochgradig explosiven Fahrzeuge überhaupt erst in Bewegung geraten. Und wenn dann einige Male Rebellen mit Hinterhalten aufwarten und sogar Tretminen umgangen werden müssen, wird immerhin ein wenig Spannung geboten.

In Anbetracht der Ladung gerät diese jedoch nie allzu explosiv, zumal die Befestigung des Gefahrgutes doch arg dilettantisch anmutet und trotz einiger Hügeln, Wasser und nicht zuletzt Beschuss mehr Glück als Können im Spiel ist. Kleinere Wendungen helfen da nur bedingt und auch die Anbahnung von Liebesgedöns hält eher auf. Da ist man als Actionfreund schon glücklich, wenn überhaupt mal etwas im großen Stil explodiert, was zumindest recht wuchtig in Szene gesetzt ist. Gleiches gilt für einen Knastkampf, obgleich der mit der eigentlichen Handlung nur wenig zu tun hat.

Letztlich hält sich das Mitfiebern in Grenzen und obgleich die handwerklichen Belange ohne sonderliche Mankos solide ausfallen, steht man der Geschichte eher emotionslos gegenüber.
Und da die 106 Minuten in keiner Hinsicht einen bleibenden Eindruck hinterlassen, kann man sich den farblosen Actioner auch sparen.
5 von 10



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