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"Lohn der Angst" aus dem Jahr 2024 hat wenig mit dem gleichnamigen Klassiker von 1953 gemeinsam - abgesehen vom Transport von Nitroglycerin mit dem Lastwagen. Direkt zu Beginn gibt es eine Schießerei, was im Original zu keiner Zeit erfolgt. In vielen Belangen ist die Neuverfilmung unglaubwürdig. Zudem bleiben die Hintergründe hier komplett auf der Strecke. In welchem Land befinden wir uns? Welche Konflikte treten hier zu Tage? Baute Henri-Georges Clouzot noch aus der gefährlichen Fracht und den schlechten Straßenbedingungen eine subtile Spannung auf, wird diese hier kaum noch erzeugt. Die Fracht ist fast egal und anstelle langsam aufgebauter Hochspannung wird versucht durch Schießereien, Verfolgungsjagden, Straßensperren und Minenfelder Spannung zu generieren. Die Mission als solche bleibt dabei aber beliebig austauschbar, ebenso wie die Charaktere. Die Lastwagen fahren ohne große Rücksichtnahme durch unebenes Terrain. Auch die besonderen Hindernisse, wie die tiefe Ölpfütze oder der Gesteinsbrocken - die im Gegensatz zu vielen anderen Elementen auch im Remake auftauchen - erzeugen bei weitem nicht die Intensität des großen Vorbilds. Diese Neuverfilmung verdeutlicht nur eines. Und zwar wie großartig "Lohn der Angst" von 1953 war und immer noch ist. Eine überflüssige Neuauflage, die man sich wirklich hätte auch sparen können.

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