Südafrika in der Gegenwart: ein schwer bewaffnetes SWAT-Team nähert sich durch ein Waldstück vorsichtig einem konspirativen Haus. Dort soll ein gewisser Johnny Klein, ein ehemaliger Politiker, nach dem schon seit einiger Zeit gefahndet wird, festgenommen werden. Doch statt des älteren Mannes wartet dort ein gut trainierter Kämpfer, der die Mannen um Teamleiter Tiger de Klerk (Tim Theron) vor ziemliche Probleme stellt. Erst als der Unbekannte flüchtet, kann er durch einen gezielten Schuß gestellt werden. Doch eine Leiche kann man nicht zu Johnny Klein befragen, wie Geheimdienst-Chefin Molebogeng "Mo" Kwena (Connie Ferguson) resigniert feststellt, die die ganze Aktion aus dem Hauptquartier der Presidential Intelligence Agency (PIA) von Kapstadt aus dirigiert hatte.
Der gesuchte Johnny Klein dagegen ist gar nicht weit entfernt in der Stadt unterwegs und hat eine wichtige Mission zu erfüllen: in einer kryptischen Sprachnachricht wendet er sich einerseits an einen abgehalfterten Journalisten, anderseits spricht er persönlich bei Zuko Khumalo (Bonko Khoza) vor, der mit seiner Frau und deren kleinem Sohn gerade frühstückt. Zuko, der einst als Spezialagent für eine Untergrund-Bbewegung tätig war, hat mit diesem Teil seines früheren Lebens allerdings abgeschlossen, ist jetzt ein ganz normaler Bürger und hat keine Lust, sich von Klein erneut rekrutieren zu lassen, weshalb er diesen auffordert, ihn in Ruhe zu lassen und zu verschwinden.
Kleins Bemühen aber hat einen durchaus ernsten Hintergrund: Kurz vor den Wahlen liegt der korrupte Politiker Daza Mtima (Sisanda Henna) in allen Umfragen weit vorn, während ein Untersuchungsausschuß zu ihn betreffenden Vorwürfen den abschließenden Bericht noch vorlegen muß. Klein hat brisante Dokumente, die den schwerreichen und gut vernetzten Mtima belasten, welche er dem Journalisten zukommen ließ, und auch Zuko überlegt sich, ob er nicht doch noch einmal aktiv wird.
Damit ist Kleins Mission erfüllt: der grauhaarige Agent, mittlerweile von Mo entdeckt, liefert sich noch eine rasante Verfolgungsjagd mit Tiger, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt und von einer Autobahnbrücke springt.
Zuko jedoch hat sich entschieden, ein letztes Mal als titelgebendes Herz des Jägers zu kämpfen und taucht unter - gejagt vom Geheimdienst, dem seinerseits der skrupellose Mtima im Nacken sitzt...
Der auf einer Romanvorlage basierende Actioner Das Herz des Jägers vermittelt ein eher ungewohntes Bild des südafrikanischen Geheimdiensts, der mit hochmodernen Überwachungsmethoden (Drohnenperspektiven, vernetzten Kameras und abgehörten Telefonaten) seine Gegner jagt, die ebenfalls äußerst fokussiert agieren und den PIA bereits unterwandert haben. Leider ist die temporeiche Geschichte inhaltlich wenig innovativ und läuft, nachdem die Fronten geklärt sind, weitgehend nach Schema F ab: der Gejagte steht im Mittelpunkt der Story, wird mit allen Gegnern relativ spielend fertig und es gelingt ihm natürlich, die Mission zu Ende zu führen.
Das Drehbuch verzichtet bei der Figurenzeichnung auf jegliche Grautöne, alle Jäger sind Bösewichter und haben mehr oder weniger Dreck am Stecken, während Zuko relativ unbeirrt als Einzelkämpfer alle Tugenden, die man aus einschlägigen Filmen kennt, auf sich vereint. Während die Helfershelfer, die permanent auf die Glocke bekommen, zum Großteil aus Weißen bestehen, läßt Regisseur Mandla Dube die Hauptgegner von Zuko immerhin in dessen Hautfarbe auflaufen: sowohl der korrupte Politiker Mtima als auch die (wie sich herausstellt von ihm erpresste) Geheimdienstchefin Mo liefern dem zum Helden stilisierten Zuko bis zum Schluß einen eisenharten Kampf, womit die südafrikanische Wirklichkeit wohl einigermaßen realitätsnah abgebildet sein dürfte. Darstellerisch vermögen hier Mo und ihr (weißer) Kettenhund Tiger noch am ehesten zu überzeugen, während Zuko zu strahlend, zu gut und damit schlichtweg langweilig konzipiert ist.
Über die Geheimorganisation, die ihre Mitglieder einen Eid schwören und signifikant tätowieren läßt, erfährt man allerdings nicht mehr, als daß sie "den Unterdrückten Hilfe bietet", welche, wie eine Rückblende gleich zu Filmbeginn offenbart, auch aus Mordanschlägen gegen mißliebige Funktionäre besteht. Wenig realistisch und augenscheinlich von US-Vorbildern kopiert erscheint das hochmoderne Equipment des südafrikanischen Geheimdienstes, der seine Widersacher wie das FBI auf Schritt und Tritt überwacht und sie in schwarzen (Luxus-)Limousinen jagt, dessen Agenten sich jedoch erstaunlich leicht übertölpeln lassen. Die verschiedenen Kampfeinlagen wirken insgesamt ausreichend gut choreografiert, lassen aber bezüglich z.B. der zu locker weggesteckten Verletzungen noch Luft nach oben.
Fazit: Das Herz des Jägers gehört zu den besseren Produktionen aus Südafrika, und obwohl der spannende Beginn schnell in ausgetretenen Pfaden versandet und man mangels Charakterzeichnung kaum Anknüpfungspunkte zu den Hauptakteuren findet, vermag der Thriller in seinen 105 Minuten aufgrund des hohen Erzähltempos doch zumindest ganz leidlich zu unterhalten: 6 Punkte.