Review

Wenn sich urbane Legenden mit modernen Mythen vermengen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eine breite Masse jeden Alters anzusprechen. Mystische Anekdoten über unheimliche Fahrstühle machen schließlich seit Jahrzehnten die Runde, nur die Regeln im vorliegenden Lift-Horror erscheinen zunehmend willkürlich.

Eine Gruppe junger Leute verschlägt es mit ihrem Equipment in ein Bürokomplex, um hier das Elevator Game durchzuführen, wonach eine Geisterfrau erscheinen oder die Fahrt zum Portal in die Rote Welt enden soll. Zunächst scheint das vollzogene Ritual keine Wirkung zu zeigen, doch dann verschwindet jemand aus der Gruppe spurlos…

Mithilfe des angenehm zurückhaltend eingesetzten Scores und einer versierten Kamera schürt der Einstieg ein passendes Gefühl für eine leicht beklemmende Fahrstuhl-Atmosphäre. Da die Legende seinen Ursprung in asiatischen Gefilden hat, darf die schwarzhaarige Dame mit bleichem Gesicht natürlich nicht fehlen. Ihre übermenschlichen Verrenkungen verfehlen zwar nicht ihre Wirkung, doch auf Nahaufnahmen hätte man hinsichtlich des weniger sauberen Make-ups besser verzichten sollen.

Die Figurenzeichnungen fallen indes ziemlich stereotyp aus, es gibt allenfalls ein, zwei leidliche Sympathieträger und auch die dazugehörigen Mimen performen nicht sonderlich überzeugend, zumal zwischen ihnen null Chemie auszumachen ist. Immerhin lässt das erste Ableben nicht allzu lange auf sich warten, doch auch hier bleibt die Inszenierung im Verlauf nicht allzu konsequent.

Einerseits gibt es eine Handvoll Gewalteinlagen praktischer Machart zu erhaschen, bei denen auch mal eine Faust durch einen Hals greift, andererseits werden einige Schicksale ins Off katapultiert, wonach nicht einmal eine Leiche entdeckt wird. Ähnlich unausgegoren geht es in der Roten Welt zu. Manch Schattenspiel vermag da durchaus zu überzeugen, doch die Kulissen und das künstliche Licht werden eher grobschlächtig eingesetzt.

Bezeichnend für die Ideenlosigkeit der Geschichte gestaltet sich das Finale regelrecht antiklimatisch, nur um eine Szene hinterher zu schieben, die der des Einstiegs frappierend ähnelt. Dabei wird der Background über die Entstehungsgeschichte nur beiläufig abgehandelt, während Logiklöcher zunehmend auffallen.

Die Chose hatte zwar Potenzial, doch die Umsetzung scheitert an mehreren Punkten. Zu selten kommt Spannung auf, nur unzureichend folgt der Stoff nachvollziehbaren Regeln und darüber hinaus lädt kein Charakter zum Mitfiebern ein. Was bleibt, sind eine Handvoll leicht unheimlich anmutender Momente und zwei, drei Splatterszenen, die eine Sichtung beileibe nicht rechtfertigen.
4 von 10

Details
Ähnliche Filme