Worum geht's?
„Oddity“ erzählt die Geschichte einer blinden Frau, die nach dem gewaltsamen Tod ihrer Schwester den Ex-Mann dieser Schwester und dessen neue Partnerin besucht. Vordergründig, um Beistand zu leisten – tatsächlich aber mit ganz anderen Absichten. Sie bringt eine seltsame Holzpuppe mit, die sie offenbar als eine Art spirituelles Medium nutzt.
Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging beim Tod der Schwester – und dass das Pärchen tatsächlich die Mörder ist. Angeblich aus Gier, Eifersucht oder Beziehungsdrama, was aber nie ganz sauber aufgeklärt wird. Und ab einem bestimmten Punkt wird es dann paranormal, vielleicht sogar etwas zu plötzlich.
Schauspiel & Atmosphäre
Die Darstellerin der Blinden ist der klare Lichtblick des Films:
Sie wirkt unangenehm präsent, fast schon beunruhigend.
Ihr Look und Verhalten sind eigen, düster, fast wie aus einem anderen Film – und das passt überraschend gut.
Die restlichen Schauspieler sind eher Standardware – keine Katastrophe, aber auch nichts, was lange hängenbleibt.
Der Look des Films ist dunkel gehalten, mit vielen Filtern, was teils stimmungsvoll ist, aber manchmal auch wirkt wie: „Okay, wir kaschieren hier Budgetmängel.“
Die Holzpuppe
Ein zentrales Element des Films ist diese seltsame, hölzerne Puppe, die die Protagonistin mitschleppt.
Anfangs nur ein merkwürdiger Requisitenträger, später dann plötzlich lebendig, gewalttätig und offenbar auf Rachetrip.
Der Übergang vom eher geerdeten Thriller zur übernatürlichen Horror-Rachegeschichte ist leider nicht gut erklärt.
Warum wird die Puppe lebendig?
Was ist die genaue Verbindung zur toten Schwester?
Was ist das Regelwerk dieser „Welt“?
Diese Fragen bleiben unbeantwortet. Dadurch wirkt das Ende eher wirr als wirkungsvoll.
Fazit
„Oddity“ hat eine gute Grundidee, eine starke Hauptdarstellerin und ein paar interessante Ansätze, etwa die Mischung aus realem Verbrechen und übernatürlicher Vergeltung.
Aber leider bleibt vieles oberflächlich, wird nicht gut ausgearbeitet oder kommt einfach aus dem Nichts.
Trotzdem:
Kann man mal gucken.
Hat seine Momente.
Ist aber kein Highlight des Genres.