Review

Das Genre Horror ist wie die Komödie in der Rezeption eine recht subjektive Sache. Was den einen schaudern lässt, lässt die andere kalt. Der von Damian McCarthy geschriebene und inszenierte „Oddity“ hat zumindest mich gegruselt wie schon lange kein Film mehr, da hat er einfach die richtigen Knöpfe gefunden und gedrückt.

Alles wirkt kompakt. Die Spielstätten, eingefangen von der statischen Kamera, sind immer begrenzt, eingemauert, durchdacht ausgeleuchtet. Das Ensemble ist übersichtlich in der Anzahl und spielt durch die Bank ansprechend, wenn Yana auch etwas rausfällt. Vollends sympathische Charaktere sind hier rar. Die Geschichte mit dem übernatürlichen Dreh ist mit ihrem Krimizusatz nicht ausschweifend, kurz auch mal dämlich (Zelt), insgesamt aber ausreichend dafür, dass sie sich dem Drumherum unterordnet. Es sind die Konstruktion der Erzählung und die Präsentation, die aus „Oddity“ letztlich einen sehr effektiven Horror machen. Mit einer dichten Atmosphäre, die sich von Beginn an aufbaut und nie verebbt. McCarthy hält die Spannung, schraubt hier und da mal an hier, lässt sie aber nie zu weit absinken. Der Film ist handwerklich gelungen, erreicht mit der Klangkulisse (kommt gut über Kopfhörer) und dem Schnitt viel und erwischte mich mehrfach, selbst wenn ich vermutete, was gleich kommen würde. Trotz meiner Abneigung gegen Jumpscares sind diese (wenigen) hier tatsächlich mal effektiv vorbereitet und eingesetzt. 

„Personal items work best.“

Bis zur letzten Einstellung ein bedrohliches und effektiv gruselndes Werk aus Irland in ruhigen und doch die Nerven reizenden Bildern. 

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