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Falko Jakobs offenbart mit seinem dritten Spielfilm, wie man aus der Not eine Tugend macht. Mit einem Budget von 5000 Euro lässt sich im Normalfall nicht allzu viel anstellen, doch mit der Konzentration auf nur wenige Figuren an fast nur einem Schauplatz holt er relativ viel aus seinem Thriller heraus.

Ben ist seit einiger Zeit Nachtwächter in einer Speditionshalle. Genervt vom Anruf eines gewissen Gruber versieht er seinen Dienst und nimmt plötzlich undefinierbare Geräusche wahr. Drei Einbrecher haben sich diesen Ort für einen Raub ausgesucht, doch in dieser Nacht verläuft nichts wie es scheint…

Deutsche Düsterfilme können durchaus funktionieren, wenn das Konzept passt. Die Geschichte ist in sieben Kapitel unterteilt und wird über weite Teile in nicht linearer Erzählform dargeboten. Man steigt zwar mit einer düsteren Vorahnung ein (eine Waffe am Boden, daneben Blut), doch zunächst erlebt man die Abläufe aus Bens Perspektive, während diese nachfolgend von denen der Einbrecher (zwei Männer, eine Frau) erweitert wird.

So baut sich die Geschichte langsam auf und dennoch schreitet sie so temporeich voran, dass dabei ein wenig die Figurenzeichnungen vernachlässigt werden und spätestens mit Kapitel Drei untermauert wird, dass nicht alle Mimen auf der Höhe sind und teils entweder leicht unbeholfen oder drüber performen.

Die Geschehnisse in der titelgebenden Halle gestalten sich bisweilen spannend, zumal die Kamera effektive Fahrten innerhalb eines Katz - und Maus-Spiels einfängt, während der überwiegend pulsierende Score die Stimmung angemessen untermalt. Für beides ist ebenfalls Jakobs verantwortlich. Natürlich weht ein ordentlicher Hauch von Tarantino durch die Hallen, zumal der Ausgangspunkt unweigerlich an „Reservoir Dogs“ erinnert.

Man mag sich im Vorfeld ausmalen, dass diese Nacht eventuell ein wenig blutig verlaufen dürfte und diesbezüglich sind sogar die nicht unerheblichen Gewalteinlagen frei von Computereffekten ordentlich umgesetzt. Auch die Halle als solche strahlt eine gewisse Atmosphäre aus, obgleich es hier nicht allzu viele Requisiten gibt. Manche lassen sich aber durchaus zweckentfremden.

Zwar lässt sich der Verlauf so etwa ab Kapitel Sechs erahnen, doch das Timing überzeugt ebenso wie das Editing und auch der Ausgang stimmt nicht unzufrieden.
Das kleine Verwirrspiel mit einigen Wendungen unterhält innerhalb der angenehm kurzen 73 Minuten ganz passabel, da man trotz erwähnter Mankos am Ball bleibt.
Da könnte man fast schon neugierig werden, was Jakobs mit einem vermeintlich normalen Budget anstellen würde.
7 von 10 

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