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Der Wissenschaftler Hannon Fuller wird ermordet. Alles deutet darauf hin, daß sein Assistent Douglas Hall der Mörder ist. Die beiden haben gemeinsam an einem geheimen Forschungsprojekt gearbeitet, dessen Ziel es war, innerhalb eines großen Rechnernetzwerkes eine Simulation zu erschaffen, in der das Amerika der dreissiger Jahre nachgebildet ist. Für jeden der am Forschungsprojekt Beteiligten wurde in der Simulation ein eigener Charakter geschaffen, in den man sich "downloaden" kann. Man übernimmt also quasi die Kontrolle über den anderen Körper und kann in der fiktiven Welt frei agieren.
Im Gegensatz zu seiner sonstigen Krachbumm Mentalität hat Produzent Roland Emmerich hier ein eher ruhiges Werk erschaffen. The 13th Floor ist eine wilde Kreuzung aus Cyber Thriller, Krimi und SciFi Elementen und wirkt teilweise wie Matrix in der Light Version. Beide Filme wurden fast zeitgleich gedreht und beschäftigen sich mit einem virtuellem Leben in einer computergenerierten Matrix. In diesem Beitrag wurde jedoch eher wert auf eine ausgefeilte Story gelegt und ein wahres Sammelsurium an Verwirrspielen zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufgebaut, den Film sollte man auf alle Fälle in nüchternem Zustand genießen, sonst blickt man kaum noch durch.
Actiontechnisch hält man sich stark zurück, es gibt zwar einige wenige Kloppereien, dennoch wird der Großteil der Zeit am konstruktiven Storyaufbau und der Ausleuchtung der diversen Charaktere verbraucht. Erschwerend kommt hinzu das beinahe jeder Darsteller mehrere Personen, in verschiedenen Realitäten und noch dazu mit unterschiedlichen Eigenschaften, gleichzeitig verkörpern muß. Leider sind die beiden leading Actors ziemlich farblose Gestalten, Craig Bierko und Gretchen Mol wären jetzt nicht unbedingt meine erste Wahl als nominelle Titelhelden, da fahren die Nebenfiguren mit Vincent D´Onofrio und Armin Müller Stahl deutlich besser. Dafür aber ein dickes Lob im besonderen an die 1937 Sets, die sehr authentisch wirken, da fahren schonmal ein dutzend Autos aus der damaligen Zeit durchs Bild und auch bei den Klamotten und Austattungen gab man sich echt mühe, war bestimmt nicht billig.
Auf the 13th Floor muß man sich einlassen, nebenher schauen ist jedenfalls definitiv hier eine schlechte Idee, die Geschichte ist hochkomplex aber interessant. Wer ruhig dargebotene Filme mit Computerthematik mag sollte hier mal einen Blick drauf werfen, Tempojunkies  aber einen weiten Bogen darum machen. Mir persönlich wars auch einen Tacken zu langatmig.
5/10

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