Die Traurige & der Bass
Die gutmütige Laura ist am Boden nach einer schweren Krankheit, OP und dem Schlussmachen ihres arschigen Freundes noch im Krankenhaus. Doch zuhause erwarten die introvertierte Dame nicht nur Trauer, Tränen und Tristesse - sondern zu ihrer Überraschung auch ein haariges, werwolfartiges, männliches Monster in ihrem Kleiderschrank, das ihr als Partner, Freund, Mitbewohner, Ratgeber und Liebhaber (!) zur Seite steht und auch mal zubeißt…
Das Monster in meinem Schrank
In ein Jahr mit „Lisa Frankenstein“ passt „Your Monster“ ganz gut rein. Musikalisch, romantisch, traurig. Ein Halloweemfilm für die Leute, die eigentlich keine Horrorfilme gucken. Charmant, weiblich, ehrlich. Trotz all der Monster, Masken und anfänglichen Maskulinität. Barrera mal außerhalb ihrer Komfortzone. Das macht sie top. Jetzt ist sie für mich endlich mehr als ein hübsches Gesicht. Doch auch das allgemeine Make Up, seine Aussagen und manch ein Song ist gut. Die filmhistorischen Anspielungen auch. Und den feministisch-selbstliebenden Touch bzw. die weibliche Regisseurin merkt man deutlich und von Beginn an. Aber das ist gut, denn besser man spürt eine Handschrift, Gewichtung und Richtung als ein neutrales Egalprodukt abzuliefern. Ein wenig bis sehr viel mehr Kante, mehr Biss, mehr Giftigkeit und ja, auch mehr Horror hätte man nach meinem Geschmack durchaus auffahren können. Doch im Grunde tut „Your Monster“ in der Seele gut, er spricht einige weibliche Wahrheiten wütend aus und wirkt wie ein DTV-Vehikel mit freakigem Poster aus den 80ern, das jeder aber erst auf VHS Jahre später entdeckt, nachdem er im Kino schon längst ein Flop war. Und das meine ich im positivsten Sinne. Selbst wenn alles ein gutes Stück basic erscheint und nicht lange in den Knochen stecken bleibt. Eher Comfort Food mit leichtem Genrechassis.
All That Pazzazz
Fazit: schöne, wenn auch etwas wannabe-deepe Melange aus Monstermovie, Musical, RomCom, Halloweenromp und „Selbstliebe“-Metapher. Aufbauend. Nett. Simpel. Barrera aber endlich mal mit mehr Facetten. Kann ich gut mit leben. Kann ich gut mit meiner besseren Hälfte gucken.