Despicable Miau
Eine Art erweiterte Originstory für den verfressenen orangen Kater Garfield, der in diesem animierten und flotten Kinoauftritt auf ein Abenteuer mit seinem echten Vater geschickt wird, der plötzlich und zufällig wieder in sein Leben tritt…
Garfield goes hyperactive
Nah, das fühlt sich einfach nicht richtig an. Das ist nicht der Garfield, den ich kenne. Richtiger Fan von ihm war ich zwar nie - doch sowas hat er nicht verdient. Fast in „bester“ Minions-Manier legt dieses hektische und schnell vergessene Abenteuer los, stolpert über die eigenen Beine und kann weder mit Action noch mit Humor geschweige denn mit den Emotionen der losen Vater-Sohn-Geschichte punkten. Überdreht, leer, eher Merchandise als durchdachter Film. So cool wie Sam L. Jackson ist, so nervig ist hier Chris Pratt. Mal wieder. Das Essen ist nicht lecker, Garfield ist nicht süß oder lieb, die Action leidet unter Overkill und Underthinking. Und bei den Bösewichten scheint sich der Film gar nicht entscheiden zu wollen. Irgendwie ein Retorten-Garfield. Ein Zombie-Garfield auf Speed. Ich will eigentlich nicht, dass mein Sohn Garfield so kennenlernt. Visuell vielleicht mit seinen Momenten. Gerade weitere kurz eingestreute Animationsstile sind nette Details und Auflockerung. Dazu ein paar nette Filmzitate. Reine Routine, wenn man es nett ausdrücken will. Seelenloser Cashgrab, wenn man strenger ist. Hat für mich nie gut genug seine Krallen ausgefahren um über seinen Abspann und diese Kritik hinaus von mir überhaupt wahrgenommen zu werden. Da kuschele ich die Zeit doch lieber mit meinen zwei ebenfalls meist monströs hungrigen Couchtigern… In großen Teilen sogar gegensätzlich zu Garfields Charakter, DNA und Ursprung. Ein finanzieller Erfolg. Ein Fehlschlag nichtsdestotrotz.
Fazit: der erste Kinofilm für Garfield. Und seine Vorstellung bei der „Generation 5-Minuten-Aufmerksamkeitsspanne“. Leider nur die Tiefkühllasagneversion der gefräßigen Katze. Vor allem mit Chris Pratt als mainstreamigste aller Stimmen. Für die Kleinen eventuell aber nicht übel. Trotz tonalen Totalschwankungen. Eher Berieselung als Unterhaltung. Für mehr reicht’s beim besten Willen nicht. Wäre er nicht so bunt und gerade in 4K etwas Eyecandy, dann wäre ich noch strenger…