Tech-Innovator Karsh Relikh (Vincent Cassel) hat eine neue Art der Beisetzung entwickelt: Die Leichen werden in Mäntel gehüllt, die nach der Beerdigung eine Livebetrachtung der zerfallenden Körper im Grab ermöglichen. Auslöser für die makabre Erfindung „GraveTech“ war der frühe Krebstod seiner Frau Becca, der er nun täglich bei der Verwesung zusieht.
Cassel ist hier bis in die weißen Haarspitzen ein allzu offensichtliches „Stand-in“ für Regisseur Cronenberg, der seine Frau 2017 an den Krebs verlor. Sie waren 43 Jahre verheiratet.
Die Prämisse nutzt Cronenberg für seine üblichen Betrachtungen über Körperlichkeit und Vergänglichkeit. Zusätzlich stopft er jedoch seinen Film mit Ideen und Motiven voll, die ihn leider nach allen Richtungen zerfasern lassen: russische und/oder chinesische Hacker wollen Kirshs Technologie für dubiose Zwecke nutzen, Beccas Zwillingsschwester Terry (beide gespielt von Diane Kruger) wird zum Objekt von Kirshs Begierde, Terrys Ex-Mann (Guy Pearce), der sich um Kirshs IT kümmert, wird zunehmend paranoid, die blinde Frau (Sandrine Holt) eines sterbenden Industriellen, der GraveTech in Ungarn aufbauen will, schmeißt sich an Kirsh ran und womöglich ist auch Beccas Arzt Bestandteil einer Verschwörung.
So wird aus einer interessanten Prämisse ein Mischmasch aus Traumlogik, Spionagegeschichte und Trauerbewältigung. Es scheint fast so, als hätte Cronenberg seiner einen Grundidee nicht ausreichend vertraut. Doch er bietet uns keine andere an, der wir folgen sollen.