Review
von Leimbacher-Mario
Bad 2 the Bone
„Vampire Hunter D“ ist Legende und sollte von jedem zumindest einmal im Leben gesehen werden, der sich auch nur im Entferntesten mit Animes oder Vampiren beschäftigt oder ein Faible für diese hat. Ohne die Geschichte des Vampirjägers „D“, selbst halb Mensch, halb Blutsauger, der hier von einer gebissen Blondine engagiert wird um einen jahrtausendealten Vampirgrafen zu besiegen, gäbe es vieles in beiden genannten Sparten heute einfach gar nicht oder zumindest anders. „Vampire Hunter D“ ist noch immer eine pure, 80-minütige Dröhnung, eine stylisches Symbiose aus Gewalt, Sex, Poesie, Melancholie und Horror, die schlicht für sich alleine steht. Kinetisch Kong cool bis zum Anschlag.
„Vampire Hunter D“ verhält sich zu seinem wesentlich größeren Sequel (das außer unserem Vampirjäger aber nichts mit diesem Original zu tun hat, einfach ein weiteres Abenteuer von D ist) ungefähr wie „The Terminator“ zu „T2“. Die futuristische Welt zwischen Technik, Grauen, Gewalt und Gefahr, inklusive Mutanten, Dinosauriern und eben Vampiren, hatte mich sofort. Der Score ist sehr eingängig und erinnert an meisterhafte Videospiele zum selben Thema, die mit Sicherheit ebenfalls hiervon beeinflusst wurden. Die Synchronsprecher (ich gucke meist die englische Version) sind erste Sahne und die Action macht mal gar keine Gefangenen, ist strikt nur für Erwachsene, von dem dauerhaft hochrutschenden Rock der drallen, noch sehr jungen Auftraggeberin bis zu explodierenden Köpfen oder durchsäbelten Bäuchen. „Vampire Hunter D“ kann sich audiovisuell noch immer sehen und hören lassen, und das ohne je seine Entstehungsjahrzent zu verleugnen. In dem bluttriefenden Ding steckt definitiv genau die richtige Menge 80er! Zudem ist „D“ einer der größten Badasse und Antihelden in der Geschichte des animieren Film, dieses Abenteuer hatte großen Anteil daran, wie und überhaupt dass Horroranimes in die Welt hinausgetragen und dort plötzlich händeringend gewünscht wurden. „Vampire Hunter D“ gehört in jeden aufgeräumten Anime- und Filmfanschrank. Einzig und allein die finale Konfrontation mit dem Obervampir Lee fällt etwas jämmerlich und knapp aus, ist kein würdiger Höhepunkt. Ansonsten ist das eine bunte, schmackhafte und straighte Schlachtplatte, die ohne große Sprüche und Worte auskommt, sehr viel über einzelne Bilder, die Atmosphäre und ikonische Gesten rüberbringt. Oldschool-Animes kommen in der Regel nicht saftiger und slicker!
Fazit: eine(r) der einflussreichsten und noch immer stärksten Animes/Vampirstories aller Zeiten - und das trotz seiner kongenialen, wesentlich epischeren Fortsetzung „Bloodlust“ oder solcher Nachfolger im Geiste wie „Blade“ oder der neuen „Castlevania“-Serie. Diese rot gefärbte animierte 80er-Perle für Erwachsene bleibt spitze und schlicht saugeile Grundausbildung. Stark. Scharf. Unsterblich.