Review

Ich mag Vampire, besonders auf der Leinwand oder dem heimischen Bildschirm. Und da ich zudem noch Anime-Fan bin, führte bei mir kein Weg am Erwerb von Vampire Hunter D vorbei. Wird er seinem Kultstatus gerecht? Kann er mit aktuelleren Genrebeiträgen noch mithalten? Antwort auf Frage eins: klar ja, der Film fesselt durch eine düstere Stimmung von der genialen Eröffnungssequenz bis zum Ende. Antwort auf Frage zwei: eher weniger, Details dazu gleich, erst mal kurz zum Inhalt.

Die Story könnte direkt aus einem Western stammen, vor allem aufgrund des Settings in einer postapokalyptischen Welt. Einsamer Held reitet in Westernkaff um die unterdrückte Bevölkerung, allen voran das hübsche Mädel vom bösen Unterdrücker und dessen Schergen zu bewahren. Nur das der Schurke halt ein Vampir ist, der nicht auf einer Ranch sondern im benachbarten Finsterschloss haust. Die Schurken sind allerlei Monstrositäten welche auf blutige Weise vom Protagonisten zerlegt werden wollen. Das Ende ist dann noch mal typisch Western. Ich mag die Story, da sie nicht übertrieben aufgeblasen ist, wie in Bloodlust, nur ein lokaler Vampir, es geht nur um die Rettung der Dame, nicht gleich um das Ende der Welt oder irgendwelche übermächtigen Superschurken. Einziger Schwachpunkt hier ist die Figur des bösen Grafen an sich. Der Herr redet einfach ein wenig zu viel um besonders furchteinflößend rüber zu kommen.

Klar, der Qualität der Animationen sieht man das Alter des Films deutlich an, die Figuren sind recht simpel gezeichnet und auch nicht allzu komplex animiert. Die Hintergründe sind stimmig, strotzen aber nicht gerade vor Details. Was an Animationen fehlt, wird durch das tolle Design wieder ausgeglichen. Interessante aber statische Kameraeinstellungen fangen die westernähnliche Endzeitwelt ebenso gut ein wie das finstere Schloss des bösen Grafen. Was die Atmosphäre so zeitlos gut macht ist die stimmige Musikuntermalung, selbst in Actionszenen hört man eher langsame getragene Instrumentalmusik. Von den hektischen Syntie-Klängen anderer achtziger Jahre Animes bleibt man hier verschont. Die Musik wird hier verwendet um Stimmung zu erzeugen, und nicht um die eigentlichen Szenen zu untermalen. Klingt komisch funktioniert im fertigen Film aber prima. Wenn D in längeren Szenen von A nach B wandert oder reitet, ziehen einen die fast schon meditativen Klänge richtig rein ins Geschehen.

Fazit: Obwohl Vampire Hunter D technisch inzwischen unübersehbar veraltet ist, ist der Film aber atmosphärisch immer noch unglaublich stimmig. Ein echter Klassiker, den sich jeder Fan japanischer Animationskünste und spitzzahniger Blutsauger mal anschauen sollte. Wenn man Bloodlust kennt und ein ähnliches Spektakel erwartet, muss man aber wirklich vorher daran denken, dass dieser Film 15 Jahre älter ist.

Details