Manchmal ist es besser, die Hintergründe einer postapokalyptischen Story nicht näher auszuführen. Denn dann müssten die Macher vorliegenden Streifens plausibel erläutern, wie ein Angriff via EMP, tödlich verlaufende bakterielle Infektionen und die Isolation Neuseelands in Einklang zu bringen wären.
Kellan und Melinda leben abseits der Zivilisation und gehören zu jenen, welche die Pandemie bis hierher überlebten. Doch als sich Melinda eine lebensgefährliche Infektion einfängt, muss Kellan losziehen, um ein Gegenmittel aufzutreiben. Fündig wird er bei dem alten Einsiedler Summers, der in der Gegend einige Feinde hat und seine Hütte zu einer kleinen Festung umgestaltete. Wenn Kellan ihn eine Woche beim Kampf gegen die Feinde unterstützt, soll er das Gegenmittel erhalten…
Regisseur Aaron Falvey hat den Stoff als ländliche Postapokalypse aufgezogen, bei der die Vorgeschichte mit wenigen Sätzen abgehakt wird. Rasch wird klar, dass auch auf dem Land nur allgemeines Misstrauen besteht, denn ständig gibt es beim Paar Eindringlinge, die mit Androhung von Waffengewalt vertrieben werden müssen. Speziell Kellan erweist sich als überzeugter Pazifist, was in einer derart feindseligen Umgebung nicht immer hilfreich ist, was sogar seine Frau kritisiert. Umso gegensätzlicher wirken letztlich die beiden Männer in der Hütte, die einen gemeinsamen Kampf gegen diverse Feinde aufnehmen müssen.
Abseits der eher rar gesäten Action kommt das Zwischenmenschliche nicht zu kurz und auch Familienvergangenheiten werden thematisiert. Das ist hinsichtlich zweier Twists sogar hilfreich, wobei der grobe Verlauf der Geschichte früh erahnbar ist. Menschlichkeit und Verzweiflung treten quasi gegeneinander an und da im Verlauf noch zwei Minderjährige im Spiel sind, mag man sich das Endergebnis ausmalen.
Zwar kommt der Humor im Allgemeinen deutlich zu kurz, nett sind jedoch einige einfallsreiche Gimmicks, um einerseits die Hütte zu entern und sie andererseits zu verteidigen. Da kommen Drohnen zum Einsatz, aber auch Säure an ungeahnter Stelle, während im letzten Drittel neben Schusswechseln auch kurze Fights eingebunden werden, welche jedoch ein wenig unübersichtlich ausfallen, da die ansonsten taugliche Kamera merklich zuviel wirbelt.
Leider fällt auch der Score kaum ins Gewicht.
Aufgrund seiner sparsamen Inszenierung und einigen auffallend schlechten Mimen in Nebenrollen kann der Stoff die Merkmale einer günstigen Produktion nie abschütteln, zumal der Action trotz insgesamt tauglichen Tempos die Dynamik fehlt. Immerhin sind die Hauptrollen okay besetzt und zuweilen kommt auch ein wenig Spannung auf, doch mehr als austauschbaren Durchschnitt sollte man letztlich nicht erwarten.
Knapp
5 von 10