Review

Gleich zu Anfang: Es handelt sich hier um einen meiner absoluten Film-Favoriten!
Was "Easy Rider" für die Sechziger war, ist "Out of the Blue" für die Achziger. Und wieder war es Dennis Hopper, der den Zeitgeist eines Jahrzehnts auf Zelluloid brachte und zugleich das Bild der Punk-Bewegung für Außenstehende mal ganz ehrlich und ohne Klischeelast erhellte und im weiteren auch mögliche Gründe aufzeigte, warum man sich einer solchen Gruppierung zugehörig fühlt. Punk scheint die einzige, eher "passiv aggressive" Ausdrucksmöglichkeit des Mädchens Cebe zu sein, ein Hilferuf, aus einem sozialen Umfeld, das sich wirklich niemand wünscht. Der Vater hockt im Knast, weil er unter Alkoholeinfluss mit seinem Truck in einen Schulbus fährt (Cebe im alter von etwa zehn sitzt auf dem Beifahrersitz!) und die Mutter ist eine ziemliche Schlampe, die des öfteren am Tag aufs Klo verschwindet, um sich eine Ladung Heroin zu spritzen. Das hört sich jetzt vieleicht alles ein bisschen überzogen an, ist aber so authentisch erzählt, dass man als Zuschauer bereits ab der Hälfte des Filmes merkt, dass alles auf ein ganz und gar nicht gutes Ende zusteuert. (Wer das Titellied "Out of the Blue..." von Neil Young kennt, kennt auch den weiteren Textverlauf "...and into the Black".)
Leider hat dieser Film nie den ihm gebührenden Anklang gefunden, was wahrscheinlich an seiner pessimistischen Atmosphäre und seiner doch recht drastischen Beschreibung des Lebens von Cebe lag; "Easy Rider" gab ein Gefühl von Freiheit, Glück und vor allem Lebensfreude, "Out of the Blue" gibt von alldem das Gegenteil.
Ich will dennoch diesen Film jedem empfehlen, auch jemand der mit Punk mal grad überhaupt nichts anfangen kann, bekommt hier einfach einen guten und aufrichtigen Film, der zwar keinen großen Unterhaltungswet hat, aber garantiert niemanden kalt lässt und sehr zum nachdenken anregt! (10/10)

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