Inhalt:
China 1279, Kublai, der Enkel Dschinghis Khans, hat das südliche China der Sung-Dynastie für das mongolische Empire erobert, und herrscht als Groß-Khan über ein nie zuvor dagewesenes Weltreich von China bis Ungarn. Als Kaiser der Yuan-Dynastie gebietet er zudem selbst über ganz China.
Der letzte Premierminister der Sung, Wen Tien Hsiang (Fang Mien) leistete mit seiner Armee Widerstand, aber er unterlag und wurde von den Mongolen gefangen genommen. Der Yuan-Kaiser forderte ihn zur Kapitulation auf, doch Wen gab nicht nach und wurde bestraft.
Nunmehr muss er in einem Gefängnis-Kerker diese Strafe verbüßen..., dort komponiert er das "Lied der Aufrichtigkeit", um seine Loyalität zu bekräftigen..., später wird dieses Lied das chinesische Volk dazu inspirieren, gegen die Invasoren aufzustehen.
Im Volk hat sich der Widerstand formiert. Liu San (Ku Man-Chung) und seine Männer..., außerdem der Priester Feng (Lee Wan-Chung), Lu Yafu (Yau Ming) -der jünger Bruder Wen Tien Hsiang´s- zudem Qing Tianya (Chen Feng-Chen)..., sowie die kampfesmutige Schülerin von Liu San, die schöne Bai Yaerh (Shih Szu).
Der ein unstetes Leben führende Le Heru (Lo Lieh), der dem Wein und schönen Frauen zugeneigt ist..., es ist noch nicht ganz klar, ob er sich den Rebellen anschließen kann und will. Er liefert sich aber Kämpfe mit der Obrigkeit und hat ein Auge auf Bai Yaerh geworfen...!
Plan der Rebellen ist es, sich in den Kerker in dem Wen Tien Hsiang inhaftiert ist, einzuschleusen, dort halten heimlich mit ihnen verbündete Wachhabende Waffen und Schlüssel für sie bereit. Dazu begehen die Rebellen kleinere Straftaten, mongolische Frauen werden belästigt, Waffen -deren Tragen von den Mongolen untersagt wurde- werden offen mitgeführt...
So landen einige Rebellen um Bai Yaerh in jenem Gefängnis..., und auch Le Heru wird dort gefangen gesetzt. Was die Rebellen nicht ahnen: Wen Tien Hsiang wurde zuvor durch ein "Double" (Hao Li-Jen) ausgetauscht. Mongolen-General Bayan (Gam Kei-Chu) und seine Schergen Ba Zhan Kui (Chan Shen) und Cha Te (Bolo Yeung) haben Wen in ein anderes Verließ gebracht, in der Residenz Bayan´s.
Es kommt zum Kampf..., und dieser wird um so erbitterter geführt, als die Rebellen bemerken, dass der zu befreiende Gefangene ein Fake ist.
Das "Double" und etliche Wachen fallen während dieses Gefechts, doch auch viele Rebellen werden getötet.
Le Heru rettet indes Bai Yaerh aus diesem Kampf, und sie finden Zuflucht im Yihong-Bordell..., die Prostituierte Cuihong (Ling Ling) ist auf ihrer Seite und hilft ihnen.
Bayan will aller Rebellen habhaft werden..., wieder setzt er ein "Double" ein..., nachdem er den nach dem Kampf gefangenen Lu Yafu fast zu Tode foltern ließ und dieser Selbstmord beging, setzt er einen Doppelgänger ein, um die Rebellen zu täuschen.
In der Tat kann dieser Doppelgänger die überlebenden Rebellen um Bai Yaerh, Le Heru und Liu San kontaktieren.
Nachdem ein Befreiungsversuch in der Residenz Bayans scheitert..., zuvor wurde Wen Tien Hsiang wieder in sein ursprüngliches Gefängnis verbracht..., und Le Heru den Rebellen so gerade eben noch die Flucht ermöglichte..., erhalten die Aufständischen Hilfe von völlig unerwarteter Seite....!
Die Rebellen setzen hinsichtlich des entscheidenden Kampfes im Kerker nunmehr selbst einen Doppelgänger ein..., einen "falschen General Bayan"..., und dies ermöglicht ihnen den Zutritt zum Zellen-Bereich.
Es kommt zum mit äußerster Vehemenz geführten, blutigen Endkampf mit den mongolischen Invasoren.......
Fazit:
Im Jahre 1971 drehte Regisseur Shen Chiang (aka San Kong) diesen WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Heraus kam ein absolut typisches Werk dieser Studios in jenen Jahren ihres Schaffens..., als ein Kampf- und Abenteuer-Streifen um die Ritter und Helden früherer chinesischer Epochen nach dem anderen vom Fließband des Shaw-Studios in die Kinos kam.
Eine einfache Geschichte..., Han-Rebellen, die einen geachteten Politiker der ehemaligen Regierung aus den Händen der mongolischen Invasoren befreien wollen..., diese Besatzer agieren fintenreich..., wechseln den Standort des zu Befreienden ein ums andere Mal, setzen Doppelgänger ein, um die Rebellen zu täuschen. Diese wiederum setzen alles daran, ihren Mann zu befreien..., und auf die Finten entsprechend zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Es ist ein WuXia-Eastern..., der Abenteuer-Atmosphäre verbreiten will..., dies fast ausnahmslos in den wie immer gepflegten, surreal anmutenden Studio-Sets der Shaw Brothers mit ihrer künstlichen "Natur" und den Pavillons die von kleinen Bächen umschmeichelt werden. Vor allem die Residenz des Mongolen-Generals Bayan (dargestellt von Gam Kei-Chu) ist liebevoll von den Studio-Arrangeuren gestaltet worden.
Doch vieles spielt sich im Bereich vor den Zellen eines Gefängnisses ab...., graue Mauern..., doch kein düsterer Knast, eher freundlich ausgeleuchtet. Hier spielen sich viele Kämpfe und der Show-Down denn ab.
Shen Chiang erzählt die Geschichte seines Films denn geradlinig und professionell-routiniert. Ruhige Dialog-Szenen und die Fight-Sequenzen wechseln sich ab..., alles bringt die Handlung voran, die durchaus spannend in Szene gesetzt ist, Längen kommen bei gerade mal 79 Minuten Spielzeit denn auch kaum auf.
Im Zentrum steht ein Paar...., dargestellt von Lo Lieh und Shih Szu. Lo hat ein Auge auf die junge Dame geworfen..., doch die hat nur die Aktionen der Rebellen vor Augen, und will unbedingt ihren Teil zu deren Gelingen beitragen. Doch so langsam entwickelt sie Zuneigung zu diesem Mann...., doch bleibt innerhalb des Plots diese Liebe in ihrer Entwicklungsphase stecken..., vorrangig geht es eben um einen zu Befreienden und die Action darum.
Lo Lieh ist der Unstete..., der erst durch diese Frau Teil der Rebellen wird..., er spielt dies überzeugend.
Shih Szu..., dies ist eine ihrer ersten Produktionen...., 1971 ist ihr Entdeckungsjahr...., und mit "The lady hermit" an der Seite der großen Cheng Pei Pei (siehe mein Review auf dieser Webseite) hatte sie in jenem Jahr ja schon einen absoluten Hit abgeliefert. Hier zeigt sie ein variables Spiel...., mal weinerlich, mal die brutale Kriegerin. Das macht diese Figur aber auch ziemlich unrealistisch..., und das löste doch etwas Befremden in mir aus. Sie ist schockiert, als sie nach ihrer Rettung durch Lo Lieh erfährt, dass sie in einem Bordell ist. Auf der anderen Seite hat sie keine Hemmungen, ihre Feinde reihenweise zu erschlagen..., nun ja.
Dennoch gefiel mir die hier blutjunge Darstellerin wieder ein mal..., Shih Szu ist nun mal eine besondere Eastern-Schauspielerin mit Ausstrahlung und dem gewissen Etwas. In dem von mir vor kurzem gesehenen "A massacre survivor" (siehe mein Review auf dieser Webseite) gefiel sie mir noch viel besser..., die Darstellerin hatte also natürlich noch Entwicklungspotenzial.
Die Villains...., 3 skrupellose Typen, einer ziemlich ausgebufft. Hauptvillain ist Gam Kei-Chu, der einen Mongolen-General verkörpert..., natürlich ist er brutal... aber auch gewitzt. Er setzt Doppelgänger ein, um seine Gegner gezielt zu täuschen und ihrer habhaft zu werden..., er agiert überzeugend. Chan Shen ist wieder in seinem gewohnten Rollenbild zu erleben..., durch und durch böse...., ein dumpfer Bösewicht.
Dann haben wir noch Genre-Ikone Bolo Yeung, als Anderthalb-Mensch mit Mongolen-Zopf und grobschlächtigem Auftreten, liefert er wieder mal ´ne echte Show.
Wenn Bolo eine Gefängnisgitter-Tür aus der Verankerung reißt, und diese über Kopf als Waffe rumwirbeln lässt..., das hat was, und jeder Eastern-Fan findet sowas geil.
Und das bringt mich zur Action dieses Films...
Nun..., die Fights -Waffenkampf überwiegt, Shih Szu fightet mit 2 Dagger-Dolchen, KungFu-Tritte und -Schläge lockern die Kämpfe auf-...., und hier scheiden sich die Geister. 1971...., Bruce Lee in "The big boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li"..., siehe mein Review auf dieser Webseite).... der König in seinem ersten großen Auftritt..., und erstmals einen realistischen Kampf-Stil einbringend. Dann die Shaw Brothers selbst, die mit "The new one-armed swordsman" ("Das Schwert des gelben Tigers", siehe mein Review auf dieser Webseite) unter der Regie von Chang Cheh neue Maßstäbe im Martial Arts-Film setzten..., und im selben Jahr entstand nun "The rescue".
Da hat man eine andere Vorstellung von der Action, die hier eher im Nachhall der 60er Jahre entstand.
Ich will nicht sagen, dass die Aktionen hölzern sind..., dazu sind Lo Lieh und Shih Szu viel zu agil..., und auch die Kamera geht gut mit.
Es ist eher die Choreographie, die hier in etwas altbackenem Stil die Aktionen verschleppt..., fast entschleunigt. Hinzu kommt viel Wire-Work und Fliegerei..., die ist wohl unvermeidlich und aus heutiger Sicht eben zu unreell. Auch Bolo´s Ringereinlagen bekräftigen den altbackenen Charakter der Fights.
Zum Glück reißen Lo Lieh und Shih Szu mit ihrer Agilität, sowie schnellere Schnitte im Endkampf, sehr bluthaltige Brutalitäten und ein hoher Bodycount in der Action gerade im Finale die Sache noch raus!
Insgesamt, und wenn man das doch frühe Baujahr in welchem sich ja erst der Stil chinesischer Action-Movies revolutionär veränderte, in Betracht zieht..., kann man mit der Action in "The rescue" noch zufrieden sein. Man darf das nicht mit den Bruce Lee-Streifen ab 1971 und späteren Shaw-Produktionen von Chang Cheh mit Ti Lung, David Chiang, Alexander Fu Sheng, Chen Kuan Tai und Chi Kuan Chun vergleichen...., das wäre gegenüber "The rescue" nicht ganz gerecht.
"The rescue"...., insgesamt ein sehr passabler WuXia-Eastern und eh ein Muss für alle Fans von Shih Szu.
Knappe aber respektable 6,5/10 Punkte kann ich hier vergeben.