Review

Inhalt:

China, 1.000 vor Christus, während einer der frühen Dynastien des "Reichs der Mitte".
Der Schwertmeister Meng Yao-Chi schmiedete 10 Jahre lang an einem Schwert..., dem "Sword of swords", eine magische Waffe, die mit der Zeit eine machtvolle Bedeutung erlangt!
China wird von einem barbarischen Nachbar-Volk überrannt..., und das Schwert wird dem General Meng übergeben.

Dieser gewinnt mit dem Schwert etliche Schlachten. Das Schwert gilt nach dem Tod des Generals als verschollen..., und taucht erst während der Ming-Dynastie (1368-1644) wieder auf.
Schwertmeister Mui Lingchuen (Ching Miu) ist im Besitz des Schwertes..., er, der Leiter einer Schwertkampfschule ist.

Mui wird bald sterben..., und seine besten Schüler sind Fang Shishiung (Tien Feng), dem Mui nicht vertraut..., und sein ihm eher vertrauter Lin Jenshiau (Jimmy Wang Yu).
Mui will das Schwert weiter geben..., und lässt ein Kampfturnier seiner Schüler darüber entscheiden.
Lin lässt Fang gewinnen..., doch Mui bemerkt dies. Das Schwert wird schließlich an Lin weitergegeben. Fang hegt unlautere Absichten..., spielt falsch..., denn er kollaboriert mit dem Shang-Clan, dessen Boss Shang Guangwu (Wong Chung-Shun) die absolute Macht anstrebt!
Es kommt zum Scharmützel..., und Fang entflieht.

Fang will an das Schwert gelangen..., und Lin durch dessen Frau Bai Feng (Li Ching) in die Hand bekommen.
Bai Feng wird gefangen genommen..., und schließlich die Familie von Lin..., dies sind seine Schwester Lin Gu (Shu Pei-Pei), seine Mutter (Lin Jing) und sein Vater Lin Han (Yang Chieh-Ching), ausgelöscht! Nur die Tochter von Lin und Bai, noch ein Säugling, überlebt.
Der Versuch, Bai Feng zu befreien, schlägt fehl..., Lin entkommt, schwer verletzt, und durch die Wurf-Nadeln von Fang Shishiung geblendet!

Bei einer alten Frau (Ou-Yang Sha-Fei), einer Sandalen-Flechterin, findet Lin eine Zuflucht. Er gibt nicht auf..., schult sein Gehör, um sich eines Tages an Fang rächen zu können.
Dessen Männer trachten Lin immer noch nach dem Leben..., einer der Schergen Fang´s schließlich befreit Bai Feng, um nicht von Lin getötet zu werden.

Es kommt, wie es kommen muss..., zum überaus blutigen und dramatischen Show-Down zwischen Lin Jenshiau auf der einen Seite..., und Fang Shishiung sowie dessen Schergen auf der anderen. Ein Kampf um Leben oder Tod..., um das "Sword of swords".....


Fazit:

Meine kleine Wang Yu-Retrospektive endet mit der Besprechung dieses absoluten Eastern-Klassikers...!

Und das Ende meiner Wang Yu-Retrospektive führt denn wieder zum Anfang der unvergleichlichen Kariere Wang Yu´s..., die bei den Shaw Brothers Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts begann!
Im Jahre 1968 drehte Regisseur Cheng Kang (aka Ching Gong) diesen so subtil erzählten, wie bildkompositorisch exzellent in Szene gesetzten, blutigen Swordplay-Eastern mit Wang Yu in der Hauptrolle für die Studios der Shaw Brothers!

Es entstand ein insgesamt gutklassiger Vertreter seines Genres..., der von Cheng Kang sehr subtil und geduldig in seiner anfänglichen Erzählweise umgesetzt wurde. 
Cheng lässt sich Zeit..., sage und schreibe 110 Minuten lang, hier die dramatische Geschichte eines Helden darzulegen.
Dies führt zwar auch zu einigen kleinen Längen..., doch durch überaus rasante, blutige und dramatische Action, durch die besondere Atmosphäre der Shaw-Studios und intensiv agierende Darstellerinnen und Darsteller schafft Cheng hier den Ausgleich..., und einen runden, kernigen Swordplay-Eastern!

Der Film gefällt..., es ist kein reiner, tumber "Haudrauf"-Actioner..., das ist gut gemachtes, subtil-gefühlvoll inszeniertes Eastern-Kino ala Shaw Brothers.
Die Atmosphäre stimmt..., durch die besonderen Indoor-Sets der Shaw Brothers, mit künstlicher Natur unter hellblauem Himmel, wenn die Kunst-Sonne aufgeht, ist alles in ein dezentes rötliches Licht getaucht.
Und Cheng versucht gekonnt Studio-Aufnahmen und Outdoor-Sequenzen in durchaus pittoresker Landschaft miteinander zu kombinieren. Die Atmosphäre stimmt in dieser Schwert-Oper, in diesem blutigen Drama..., auch durch das besondere "Shaw-Feeling".

Die eigentlich recht simple Geschichte dieses Streifens, wird denn geduldig rekapituliert..., den Figuren dadurch gar etwas Tiefe eingehaucht. 
Cheng packt viel rein..., auch Gefühl, etwas Zärtlichkeit gar..., Familien-Bande..., alles zerstört durch skrupellose Villains, einem eiskalten Verräter..., dem ein Anti-Held schwer gehandicapt das Handwerk legen will. 
Nachdem es gar nicht mehr anders geht..., und dieser Anti-Held nicht nur zur Rache getrieben wird, sondern auch ganz China retten, und dazu das "Schwert der Schwerter" nicht in unbefugten Händen lassen will!
Und es gelingt denn Cheng Kang, dies alles in ein überaus blutiges, überaus dramatisches Finale münden zu lassen..., stark!

Wang Yu ist hier der Held... oder eher Anti-Held. Eigentlich ein ruhiger, zurückhaltender Charakter. Doch er wird zur Gewalttätigkeit getrieben. Schwer gehandicapt, auch diesmal..., das ist seine Spezialität. 2 mal agierte Wang Yu in seiner Zeit bei Shaw als einarmiger Schwertkämpfer ("The one-armed swordsman"; "The return of the one-armed swordsman", siehe meine Reviews auf dieser website)..., diesmal ist er gar geblendet..., und fightet blind gegen seine Opponenten. Wang Yu..., hier auch mal gefühlvoll und zärtlich, wird zur Kampf-Sau, und kennt dann keinerlei Erbarmen mehr!

Sein Feind im Film, ist Tien Feng. Oft Vater-Figur oder Villain im Eastern..., ist er hier skrupellos, eiskalt mordend..., und raffiniert seinen Macht-Anspruch immer wieder untermauernd. 
Ein Villain, ein Bösewicht, der seiner Rolle immer wieder gerecht wird, so auch hier.

Wang Yu´s Partnerin ist die niedliche Li Ching..., die hier überaus tapfer ihre Rolle spielt, weinerlich und verzweifelt, das bringt sie gekonnt rüber.
Wong Chung-Shun ist der Villain an der Seite Tien Feng´s..., noch skrupelloser..., noch mord- und machtgieriger. Dazu noch notgeil..., die Frauen begehrend, sich einfach nehmen wollend. Ein brutaler Charakter.

Der Rest des Ensembles ist drumrum gebaut..., jeder agiert spielfreudig, und rundet Cast und Geschehen dadurch ab. Man entdeckt Ching Miu, Yang Chieh-Ching, die beiden Haudegen der Shaw Brothers..., dazu die superniedliche Shu Pei-Pei und viele andere bekannte Gesichter, u.a. Wang Kwang Yu und sogar Lau Kar Leung -der die Kampf-Regie hier inne hatte- bei einem Kampf mit Tien Feng!

Das bringt mich denn abschließend zur Action: Lau Kar Leung (aka Liu Chia-Liang) und Tang Chia (aka Tong Gai) erdachten hier die Choreographien..., und die beiden bürgen für Qualität. Erstaunlich, dass die beiden schon sehr früh, schon in den 60ern, rasante Schwertkämpfe mit Drive auf die Leinwand bringen konnten! 
Davon lebt die Action..., die Kamera geht gut mit..., und im dramatischen Finale -in welchem es nicht immer die "Richtigen" trifft- wird es zudem sehr blutig..., das berühmte Kunst-Blut der Shaw Brothers. Für einen Eastern dieses frühen Baujahrs rasante, kernige Swordplay-Action mit Drive..., schön!

"The sword of swords" ist längst ein Klassiker des Genres..., weniger beachtet als die "One-armed swordsman"-Eastern jener Tage..., warum eigentlich? Denn der Film gefällt..., und ist nicht nur für Eastern-Fans sehenswert...!

"The sword of swords" erhält von mir sehr knappe aber exzellente 9/10 Punkte. 

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