Meistens sollte man die Toten ruhen lassen, - das gilt nicht nur für die Anwendung von Ouija und die Durchführung von Seancen und noch mehr für die Exhumierung von vermeintlichen Grabstätten. Allerdings ticken die Uhren in Südkorea diesbezüglich ein wenig anders in Bezug auf Tote, Dämonen und Rituale, wie die dritte Regiearbeit von Jang Jae-hyeon unterstreicht.
Aus Sorge um sein Neugeborenes bittet ein Geschäftsmann in den USA ein Quartett um Hilfe, welches das Grab eines seiner Vorfahren ausheben lässt. Doch dadurch wird eine dämonische Entität freigesetzt, die mit allen Mitteln bekämpft werden muss…
Die Gruppe paranormaler Helden besteht im Prinzip aus zwei führenden Personen und ihren Sidekicks. Zum einen ein Geomant mit Fokus auf Feng Shui mit einem leicht tumben Bestatter und zum anderen eine Schamanin, der ein Heißsporn folgt. Die Figuren definieren sich eher über ihre Tätigkeiten denn über ausgearbeitete Charaktereigenschaften, was die Angelegenheit zunächst einigermaßen anschaulich gestaltet.
Jedoch zerfasert die Handlung zusehends und dürfte für ein westliches Verständnis teils jeder Grundlage entbehren, wenn minutenlang an einem Grabhügel getrommelt, getanzt und an Schweinekadavern herumgeritzt wird. Das ist zweifelsohne atmosphärisch verpackt, die Kamera arbeitet tadellos und der zurückhaltende Score untermalt solide, doch langfristig kommt bei der Geschichte nicht viel herum, vor allem gestaltet sie sich kaum spannend.
Da mag man in der zweiten Hälfte die Gestalt eines Dämons bemühen und tricktechnisch gekonnt mit einem Feuerball am Himmel spielen, - man hat bei diversen Ritualen permanent den Eindruck, als liefe ein Wettkampf gegen die Zeit in halber Geschwindigkeit ab. Zwar werden einige historische Sidefacts eingebunden und fast könnte man in Bezug auf japanische Einflüsse auf eine große Verschwörungstheorie schließen, doch am Ende ist viel Rauch um Nichts.
Dem können passabel agierende Mimen wie Choi Min-sik („Oldboy“) und Kim Go-eun („Memories of the Sword“) nur wenig entgegensetzten und auch die wenigen Bluteinlagen sowie die Gestaltung des Dämons reißen nicht vom Hocker. Zudem entpuppt sich die deutlich zu üppige Laufzeit von 135 Minuten als Geduldsprobe, wodurch die ansprechende Optik kaum verhehlen kann, wie wenig übersinnliche und vor allem packende Substanz hier wirklich im Spiel ist.
5 von 10