Review

Leider liegen die erfolgreichen Blockbuster von Regisseur Renny Harlin bereits einige Dekaden zurück und das Budget ist seit etwaigen Erfolgen wie „Stirb Langsam 2“ (1990) und „Cliffhanger“ (1993) deutlich gesunken, wonach überwiegend in Bulgarien produziert wird. Dies gilt auch für seinen Ausflug in den Exorzismusbereich.

Rick kehrt vorzeitig und mit schwerer PTBS aus dem Afghanistan Einsatz zurück und wird besorgt von Ehefrau Kate und Vater Sebastian empfangen. Zunächst erscheint Rick apathisch und redet nicht, doch dann betritt er eine Moschee und spricht in altertümlicher Sprache, woraufhin der zuständige Imam Ibrahim einen Auslöser hinter dem merkwürdigen Verhalten vermutet…

Das kleine Durcheinander des Drehbuchs offenbart sich bereits mit dem Einstieg, der recht holprig zwischen den Zeitebenen wechselt: Verabschiedung der Soldaten, Einsatz im Krisengebiet, Hochzeit mit Kate, ein einschneidendes Ereignis in einer Höhle. Zwar schimmern innerhalb dieser Rückblicke die Grundgerüste für die Figurenkonstellation durch, doch die Hauptfigur bleibt innerhalb dessen eher blass und austauschbar.

Dies kristallisiert sich im Nachfolgenden noch deutlicher heraus, als die Entwicklung der vermeintlichen Besessenheit reichlich schleppend vorangeht. Hier und da mal ein kurzer Wutausbruch, anbei das Tragen einer Maske im Zuge einer neuartigen Therapie und endlich, so nach knapp einer Stunde, die ersten Maßnahmen, die einen Exorzismus einleiten, welcher folgerichtig durch den Imam durchgeführt wird.

Die entsprechenden Kulissen sorgen zu keiner Zeit für eine bedrohliche Atmosphäre, der Score bleibt komplett unauffällig, es mangelt an spannenden Entwicklungen und selbst der Showdown folgt eher generischen Mustern als mit innovativen Einschüben für Nervenkitzel zu sorgen. Es wird eher ein wenig wild, als Soldaten unter dem Einfluss des Djinn auf muslimische Zivilisten losgehen, während drin Beschwörungsformeln bemüht werden.

Darstellerisch wird immerhin einigermaßen geliefert, wobei die Performances von Jason Flemyng als Vater und Sophie Simnett als besorgte Ehefrau als überdurchschnittlich hervorgehen. Dies gilt allerdings weniger für die spärlich eingesetzten Effekte. Leuchtende Ornamente an Wänden können sich im Gegensatz zu rot leuchtenden Klüsen noch eher sehen lassen, während die Gewalteinlagen nicht über einen Kopfschuss hinauskommen.

Trotz des Ausflugs in muslimische Gefilde und den damit zu überwindenden Querelen zweier Konfessionen bleibt das Konfliktpotenzial eher gering, die Bedrohung durch den Dämon über weite Teile zu schwammig und selbst das Finale rettet nicht mehr viel, um das bis dato eher banal anmutende Geplänkel aufzuwerten. Über interessante Ansätze kommt der Stoff im Zuge seiner Oberflächlichkeit leider nicht hinaus.
Knapp
4 von 10

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