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Kora landet mit ihrer eingesammelten Heldentruppe wieder auf Veldt und wartet auf die Schergen vom Imperium. Und Zack Snyders „Epos“ der abgewandelten Versatzstücke aus dem Star-Wars-Baukasten mit dem inkonsistenten historischen und technologischen Mischmasch geht in die zweite Runde. Mit „Rebel Moon – Part Two: The Scargiver“ (wieder so ein Titel, bei dem pubertierende Edgelords wohl ein feuchtes Höschen bekommen) setzt sich der im ersten Teil eingeschlagene Weg fort. Wenig Erzählung, wenig Charakterentwicklung, dafür viel visuelles Bumm.
Die Geschichte passt auf den bekannten Bierdeckel und das ist vollkommen okay. Es ist wieder das „Wie“, das sich so ernst nimmt, so bedeutungsschwer, so mitreißend sein will. Was Snyder in anderen Filmen durchaus schaffte, verkommt hier zu einem theatralischen Schaulaufen der Abziehbilder.

Figurenzeichnung erreicht Snyder damit, dass alle mal am Tisch sitzen und eine kurze Rückblende bekommen. So gibt es einen winzigen Einblick in die Heldentruppe und deren Herkunftswelten, was aber verpufft, da diese Einspieler ein Gimmick bleiben. Kein Design, keine Vergangenheit darf hier wachsen und wirken, es bleibt bei einer Diashow. So will das Skript die Figuren näherbringen und doch - sie bleiben mir bis zum Ende fremd.
Muss reichen, denn viel mehr Zeit braucht man hier wieder für optische Spielereien, die kaum Wirkung entfalten und einer generell ausformulierten Oberflächlichkeit. Die Beziehungen der Leute zueinander oder dass sie ein eingeschworenes Team sind – das nehme ich den Figuren zu keiner Zeit ab. Wie im Vorgänger bleibt die Darstellerriege blass.

Sofia Boutella als Kora reißt nicht mit, ihr love-interest Gunnar (Michiel Huisman) ist eben da, Titus (Djimon Hounsou) und der Rest der wie-heißt-du-noch-gleich-Truppe ebenso. Und dann ist da noch die Stimme von Anthony Hopkins als „The Wild Robot“, welcher die vorgetragenen Zeilen gleich wertiger klingen lässt, als sie sind. Denn Dialoge sind hier Mittel zum Zweck, zwischen platt und pathetisch gibt es da nicht viel. Passt zum Rest dieser Möchtegern-Space-Opera. Eher eine Soap-Opera, besieht man sich die überraschende Enthüllung am Ende und die somit eingeleitete Fortsetzung. Tut schon ein bisschen weh, wie forciert man das weitertreibt.

Wieder und wieder wollen mit dramatischem Summen unterlegte Slo-Mos von Gravitas künden, laufen aber in ihrer endlosen Wiederholung ins Leere. Die zweite Hälfte liefert dann zwar immerhin einiges an Action, diese ist in ihrer Art aber ob mangelnder Abwechslung und Finesse bald ermüdend. Und will nicht aufhören. Dabei drückt Snyder auch immer wieder selbst auf die Bremse, weil er episch sein will. Aber dazu wirkt der ganze Krieg im Kornfeld einfach zu klein und sind die Figuren zu egal. Braucht man sich nichts vormachen, das Ding ist einfach nur schlecht geschrieben. In jeder Abteilung.

Der gleiche Klumpatsch wie "Part One". Wer den mochte, könnte auch hier seinen Spaß haben. Zeitlupen, Lens Flares, Unschärfen und Greenscreens en masse ergeben eine artifizielle und wenig hübsche Optik. Obwohl sich tatsächlich ein paar wenige ansehnliche Bilder hierin verstecken, aber hilflos in dem Rest untergehen. Dazu emotional unterentwickelt und mit Figuren bestückt, von denen man auch nach nun fünfeinhalb Stunden eigentlich nichts weiß. Das (teils zu irdische) Design steht im Vordergrund, da bleibt nicht viel Raum für den Rest. Und apropos Raum, nahezu der gesamte Film spielt in dem gleichen. Wo der Vorgänger wenigstens mal an die frische Luft durfte, bekam "Scargiver" wohl Stubenarrest.

Es ist erstaunlich, zu was Snyder mit einer großartigen Vorlage fähig ist - siehe "Watchmen". Es ist erstaunlich, was Snyder anrichten kann, wenn diese fehlt - siehe "Rebel Moon".

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