iHaveCNit: The Apprentice – The Trump Story (2024) – Ali Abbasi – DCM
Deutscher Kinostart: 17.10.2024
gesehen am 04.11.2024 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 18:15 Uhr
Ein Film, der gerade zur passenden Zeit in den Kinos läuft – oder auch nicht – ist Ali Abbasis Biopic „The Apprentice – The Trump Story“, den auch ich mir gerne ansehen wollte. Zum Einen hat Abbasi zuletzt mit „Holy Spider“ mich beeindrucken und begeistern können und zum Anderen können Biopics über Personen der jüngeren amerikanischen Politik auch bei mir landen wie zuletzt Adam McKays „Vice“ über den ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney. Leider wird „The Apprentice“ nicht in der selben Liga spielen wie „Vice“, ich fand ihn dennoch einigermaßen interessant und amüsant.
Zu Beginn der 70er steht der noch sehr ungelenke Donald Trump im Schatten seines Vaters und Immobilienunternehmers Frederick Trump. Während sich dieser mit Mieterklagen auseinandersetzt und Donald für seinen Vater Mietschulden in den Wohnkomplexen eintreiben muss, lernt Donald Trump den Anwalt und Lobbyist Roy Cohn kennen, der ihn fortan unter seine Fittiche nimmt und Trump somit Schritt für Schritt Teil der elitären Kreise wird und mit mehreren Projekten große Ambititonen hat. Ganz nach 3 Lektionen, die ihm Roy Cohn beigebracht hat – 1. Angreifen, Angreifen, Angreifen – 2. Alles abstreiten und niemals etwas zugeben – 3. Sich immer zum Sieger erklären.
In einem 16-mm-Retro-Look bekommen wir ein interessantes, aber optisch etwas dunkles Biopic geboten, dass nur oberflächlich etwas satirisch rüberkommt und eher brav und bieder bleibt. Mit dem Duo aus Sebastian Stan und Jeremy Strong in den Hauptrollen bekommen wir eine tolle Dynamik geboten und es gelingt der Spagat hier sowohl die von ihnen verkörperten Donald Trump und Roy Cohn gleichermaßen ernst zu nehmen als auch als Karikatur wahrnehmen zu können. Hier finde ich auch, dass die für Trump typischen Manierismen und der unverwechselbare Sprachduktus nur bedingt in der Entwicklung durch das Schauspiel von Sebastian Stan erkennbar ist. Leider fokussiert sich der Film ein wenig zu wenig auch auf die familiäre Ebene Trumps, die neben dieser geschäftlichen und letztendlich kompetitiven Lehrer/Schüler-Beziehung zu Cohn durchaus auch einen großen Teil in der Charakterentwicklung des ehemaligen und möglicherweise neuen US-Präsidenten, Unternehmer und Medienpersönlichkeit beigetragen hat. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die vielen Momente der Eitelkeit und der Fehlbarkeit eines Donald Trumps selbigem ein Dorn im Auge sein können, genau wie die hier dargestellte Grundmaxime „Besser gut geklaut, als schlecht selbst erfunden“ den Self-Made-American-Dream-Charakter eines Donald Trump hier ganz klar in Frage und Abrede stellt, weil das zum einen sein Ego und Stolz verletzt und letztendlich auch nur als Film über ihn klare Fake-News sind.
„The Apprentice – The Trump Story“ - My First Look – 7/10 Punkte