In den 1970er Jahren lernt der noch junge Donald Trump den Anwalt Roy Cohn kennen. Der gerissene Advokat fördert Trump, welcher so mit fragwürdigen Mitteln an Einfluss gewinnt. Und so sieht man zwei Stunden lang zwei widerlichen Typen dabei zu, wie sie formen, handeln, manipulieren und entgleisen.
Fokussiert bleibt der Film dabei auf Trump und dessen Werdegang in den 1970er und 1980er Jahren. Wird einem Trump hierdurch sympathischer? Nein. Unsympathischer allerdings auch nicht, denn das ist kaum mehr möglich. Die Näherung an die reale Figur in diesem verfilmten Ausschnitt aus seinem Leben erfolgt in dem Bewusstsein, dass nicht alles exakt so passiert sein mag. Aber das Gefühl, dass man halbwegs dicht dran ist, verfliegt nicht. Gleicht man die insbesondere ein der letzten Dekade erworbenen Kenntnisse mit der Darstellung von Sebastian Stan ab, so erfährt man viel Bestätigung. Es findet sich alles wieder. Die verbalen Übertreibungen, die Opferrolle, das Ego, der Narzissmus, die verzerrte Wahrnehmung seiner selbst. Und die seiner Vergangenheit, was gegen Ende eindeutig wird. Stans Darbietung ist stark, gerade seine Mimik ist nie übertrieben und doch erkennbar im realen Vorbild verankert. Trumps Entwicklung, den man zu Beginn noch als unsicheren Charakter wahrnimmt, der die Mieten eintreibt, spielt Stan überzeugend und verschwindet immer wieder in der Figur. Auch Jeremy Strong als Roy Cohn liefert eine sehenswerte Leistung ab. Beide strahlen auf ihre Art eine Kälte aus, die einnehmend und abstoßend ist.
Als Fingerzeig darauf, wie ein auf Gier ausgelegtes System solch einen Menschen hervorbringt, funktioniert „The Apprentice“ gut. Schade nur, dass man unter den realen Konsequenzen zu leiden haben, was mich immer mit einer Distanz auf das Gesehene blicken lässt. Der Film dreht sich eben nicht nur um den titelgebenden Lehrling, sondern zeigt auch das gesellschaftliche Umfeld, die Mechanismen, die eine solche Person formen. Und wie durch diese das sie erhaltende System geformt wird, das nur in Gewinner und Verlierer unterscheidet.
Visuell fällt später der Retrolook auf, mal mehr mal weniger wirkt „The Apprentice“ wie eine TV-Reportage, eine Videokassette, dokumentarisch und beobachtend.
„Government is for losers.“
Das Symptom Trump hat durchaus seine interessanten Seiten. Und für die lohnt sich der Blick auf diese Teil-Biographie. Von Sebastian Stan und auch Jeremy Strong großartig gespielt zeigt das Werk, wie es solche Menschen zu etwas bringen. Und dass das System einfach fehlerhaft ist. Denn es besteht aus Menschen, die Fehler machen. Und daraus macht man Deals. „The world is a mess“. Stimmt. Trägst deinen Teil dazu bei, Donnie.